Namen & Neues

Eine Brücke kann man drehen

Veröffentlicht am 13.07.2020 von Simone Jacobius

Der Meinung ist zumindest das Netzwerk Fahrradfreundliches Treptow-Köpenick, ein Projekt von Changing Cities. Denn kaum ist die neue Seite der Salvador-Allende-Brücke für den Fuß- und Radverkehr freigegeben, hagelt es schon Kritik. Weder für die eine noch die andere Gruppe seien Lösungen gefunden worden, die mit dem Mobilitätsgesetz konform gingen. Changing Cities kritisiert, dass zwei Jahre nach Verabschiedung des Gesetzes der Kfz-Verkehr noch immer vorrangig behandelt würde. Im Falle der Allende-Brücke heißt das: zwei Spuren für die Autos, eine gemeinsame Spur für Fußgänger/-innen und Radfahrende.

Vor allem die Radwege entsprächen nicht dem Gesetz. Im Bereich der Rampen seien sie zu schmal. Ich hab da nicht nachgemessen, nageln Sie mich bitte nicht fest … „Der Vorrang des Umweltverbundes, also des Fuß-, Rad- und öffentlichen Personenverkehrs, gilt seit zwei Jahren in Berlin. Der Senat muss deshalb festlegen, wie er mit Altplanungen umgeht: Wo sind Kompromisse einzugehen, weil eine Neuplanung zu teuer oder zu aufwändig wäre?“, fordert Sophie Lattke vom Netzwerk. Und sie hat auch schon gleich einen Lösungsvorschlag parat:  Die Salvador-Allende-Brücke würde sie drehen. Wie bitte?

Sie meint damit eine andere Spurenaufteilung. Soll heißen, bei Fertigstellung Ende 2021 bekommt der Radverkehr eine der zwei Kfz-Fahrspuren je Richtung, die zu Fuß Gehenden erhalten die volle Breite des jetzt mit dem Radverkehr geteilten Weges. Für den Autoverkehr bleibt eine Spur übrig. „So kann man ohne viel Aufwand aus einer Altplanung eine mobilitätsgesetzkonforme Brücke gestalten“, sagt Sophie Lattke.