Namen & Neues

Dynamisches Oberschöneweide

Veröffentlicht am 27.07.2020 von Simone Jacobius

Kaum ein Ortsteil Treptow-Köpenicks hat sich in den letzten Jahrzehnten so dynamisch entwickelt, wie OSW. Der CDU-Abgeordnete Maik Penn hat bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung mal ein paar Zahlen zur Entwicklung des alten Industrie-Ortsteils abgefragt (hier die Anfrage als PDF). In zwanzig Jahren ist die Einwohnerzahl um 8000 auf jetzt 23.500 Einwohner gestiegen. Und die sind im Vergleich zum Rest des Bezirks auch noch deutlich jünger, nämlich im Schnitt 37,7 Jahre alt statt 45. Dafür sind sie aber auch deutlich ärmer: Die Sozialstruktur ist bedeutend schlechter als im Rest des Bezirks.

Hinzu kommen die Studierenden. Seit die Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) dort im Wintersemester 2006/2007 startete, ist ihre Zahl von gut 1000 auf nun schon 9500 angewachsen. Weiteres Wachstum: stark wahrscheinlich. Mit dem Wohnen haben die Studierenden es allerdings nicht so leicht, auch nicht in Oberschöneweide. Es gibt eine studentische Wohnanlage mit 830 Plätzen an der Treskowallee, die noch mit 170 Plätzen nachverdichtet werden soll. Das war’s.

Mehr Menschen brauchen auch bessere Verkehrsverbindungen. Beim ÖPNV ist es zum Teil bereits geschehen oder aber in Planung. Die Tramlinie 67 verkehrt inzwischen alle zehn Minuten. Auch für die Linie 27 plant der Senat eine Verdichtung des Taktangebots. Diese bisher im 20-Minuten-Takt verkehrende Linie soll zwischen S-Bahnhof Friedrichsfelde Ost und FEZ montags bis freitags tagsüber alle zehn Minuten fahren. „Diese Maßnahme soll voraussichtlich ab Herbst 2021 nach Fertigstellung der Bauarbeiten am S-Bahnhof Friedrichsfelde Ost umgesetzt werden”, antwortet Staatssekretär Sebastian Scheel auf die Anfrage.

Doch auch an die Radler wird gedacht. Gemeinsam mit dem Bezirk arbeitet die Senatsverwaltung an der Umsetzung des bezirklichen Radwegenetzes. Dazu gehört ein Radweg An der Wuhlheide zwischen Treskowallee und Spindlersfelder Straße (südliche Straßenseite) und der Bau eines Radwegs auf der Ostseite der Rummelsburger Straße – Rummelsburger Landstraße zwischen Treskowallee und Bezirksgrenze. Als „Erste-Hilfe-Maßnahme” wurden die provisorischen Gelbmarkierungen in der Spreestraße und auf der Treskowbrücke zu einer dauerhaften Radverkehrsanlage mit Grünbeschichtung. Die gelb markierten Radwege in der Edisonstraße sollen im Zusammenhang mit anstehenden Gleisbauarbeiten der BVG erneuert werden. Auch in der Siemensstraße sollen kurzfristig sichere Radwege entstehen.

Viele Menschen bedeutet auch viele Kinder. Kommen wir also zu den Kitaplätzen: Da ist Oberschöneweide in der Bedarfskategorie 1 gelandet, weil so viele Plätze fehlen. Stand Anfang Juli gab es in dem Ortsteil 1197 gemeldete Kitaplätze. Weitere sind bereits im Entstehen: Der Kita-Eigenbetrieb Süd-Ost wird seinen Erweiterungsbau An der Wuhlheide 180 voraussichtlich noch in diesem Jahr (drittes Quartal) fertigstellen. Das macht 65 zusätzliche Plätze. Und der Modulare Kita-Bau in der Otto- Krüger-Zeile 4-6/ Helmholtzstraße 34 hat begonnen. Anfang 2022 sollen hier 136 Kitaplätze entstehen. In der Wilhelminenhofstraße 12 werden zusätzliche 126 Kitaplätze bis voraussichtlich zum zweiten Quartal im Jahr 2022 schaffen.

Zudem liegen im Landesprogramm zum Kita-Ausbau zwei weitere Anträge zur Förderung in der Warteschlange: An der Wuhlheide 114/116 soll die Kita Wuhlestern mit 70 Plätzen entstehen und „Kiddz Kindertagesstätten” plant 25 Plätze an der Edisonstraße 52.

Wir dürfen gespannt sein, wie sich der ehemalige Industriebezirk weiter entwickelt. Die Ansätze sind zwar positiv, können aber noch nicht alles gewesen sein.