Namen & Neues

Denkmalschutz I: Hochhauspläne am Treptower Park stören Ehrenmal

Veröffentlicht am 14.09.2020 von Thomas Loy

Bei der Vorstellung der Pläne im Baukollegium vor rund einem Jahr wurden die Investoren noch gefeiert (dabei soll es sich um die Firma Aroundtown handeln, den Sponsor des 1. FC Union). Ein Hochpunkt direkt am Treptower Park, mit einer Gastronomie im Dachgeschoss und einer „skulpturalen Figur des Baukörpers“, käme den Wünschen des Senats entgegen. Doch die Denkmalschützer finden die 76 Meter hohe Büroskulptur an dieser Stelle eher unpassend.

Allerdings hat nicht die Untere Denkmalbehörde im Bezirk, sondern das Landesdenkmalamt interveniert, wie es in der Antwort auf eine noch unveröffentlichte Anfrage der Linken-Abgeordneten Katalin Gennburg heißt. Offenbar ist aus Sicht der Landesbehörde die „visuelle Integrität“ des Sowjetischen Ehrenmals in Gefahr. Das Bürohochhaus mit 22 Geschossen, das anstelle des Cinestar-Kinos entstehen soll, würde sich in der „direkten Verlängerung der zentralen Achse des Ehrenmals befinden“ und trotz der Distanz „weit über die Pappeln aufragen“, die das Ehrenmal begrenzen.

Treptowers sind noch viel höher. Aus Sicht des Landesdenkmalamtes dürfte das Hochhaus maximal zehn Geschosse haben, also weniger als die Hälfte. Die Höhe wäre mit rund 40 Metern mehr als dürftig für ein Hochhausprojekt. Solange der Bauentwurf nicht überarbeitet wird, ruht das Projekt. Der Bezirk beharrt auf einem vorhabenbezogenen Bebauungsplan. Die Treptowers schräg gegenüber sind übrigens 125 Meter hoch, scheinen die Denkmalschützer in den 90er Jahren aber nicht gestört zu haben.

Inzwischen gibt es immerhin ein Hochhausleitbild für Berlin. Darin sind klare Vorgaben für die Planer formuliert. „Dieses Projekt auf dem bisherigen Kinostandort genügt diesen Vorgaben leider nicht, und es muss schleunigst die frühzeitige Beteiligung mit den umliegenden Quartieren nachgeholt werden, bevor das Bezirksamt weiterverhandelt“, erklärt Katalin Gennburg. – Foto: Kitty Kleist-Heinrich

+++ Dieser Text  von Thomas Loy erschien zuerst im Tagesspiegel-Newsletter für Treptow-Köpenick. Die Tagesspiegel-Newsletter für die einzelnen 12 Berliner Bezirke gibt es kostenlos und in voller Länge unter leute.tagesspiegel.de +++

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