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Rassismus-Vorwürfe: Bewerbungsverfahren "diskriminierungsfrei"

Veröffentlicht am 14.12.2020 von Thomas Loy

Gesundheitsstadtrat Bernd Geschanowski (AfD) traute sich erstmals etwas ausführlicher zu den Rassismus-Vorwürfen gegen ihn Stellung zu nehmen. Der ehemalige Vize-Amtsarzt Denis Hedeler, der diese Vorwürfe erhoben hat, habe im Bewerbungsverfahren auf die Stelle des Amtsarztes nicht die nötige Mindestpunktzahl erreicht, sagte Geschanowski. Die Frage, wie weit Hedeler mit seiner Fortbildung zum Facharzt im öffentlichen Gesundheitswesen gekommen war, „musste nicht mehr geprüft werden“. Hedeler hatte erklärt, er habe bereits einen Master in „Public Health“ absolviert und werde seine Fortbildung als Facharzt im nächsten Jahr abschließen.

Das Bewerbungsverfahren sei „diskriminierungsfrei“ durchgeführt worden, sagte Geschanowski. An dem Verfahren sei der Bezirksbürgermeister, er selbst, die Amtsärztin eines anderen Bezirks, die Leiterin der Serviceeinheit Personal und Finanzen sowie ein Vertreter des Personalrats beteiligt gewesen. Geschanowski hatte sich am Abend zuvor in einem Sonderausschuss zu den Vorwürfen geäußert. Der Ausschuss tagte nicht öffentlich. Dem Vernehmen nach konnte Geschanowski Zweifel am korrekten Verlauf des Bewerbungsverfahrens ausräumen. Das zunehmend schwierige Verhältnis zu Hedeler begründete der AfD-Stadtrat mit „Fällen von Arbeitsverweigerung“.

SPD-Fraktionschef Alexander Freier-Winterwerb hat Akteneinsicht beantragt, um den Konflikt besser beurteilen zu können. „Aus der Sondersitzung haben sich noch weitere Fragen ergeben, die wir klären wollen, hier geht es auch um den guten Ruf des Bezirksamtes.“ Wenn es Mobbing oder Rassismus gegeben habe, sei das nicht hinnehmbar.