Namen & Neues

Pohlestraße: Einsturzgefahr gebannt, Bewohner kehren zurück

Veröffentlicht am 15.02.2021 von Thomas Loy

Nach dem Baugrubendesaster in der Pohlestraße in Köpenick sind die meisten Bewohner wieder in ihre Wohnungen zurückgekehrt. „Die bislang von der Bauaufsicht gesperrten Häuser Pohlestraße 7 und Dorotheenstraße 13 können aus Sicht der Standsicherheit wieder bezogen werden“, erklärte das Bezirksamt. Auch das Haus direkt neben der schadhaften Grube, Pohlestraße 11, wird wieder bewohnt, bis auf die vier direkt an der Brandmauer zur Grube gelegenen Wohnungen. Dort durften die Mieter ihre Sachen herausholen. Die Sperrung hatte unter den Betroffenen Unmut ausgelöst, manche hatten Klagen angekündigt.

„Grundbruch“ drohte. Bezirksbürgermeister Oliver Igel (SPD) wies die Darstellung des Bauherrn zurück, Haus Nummer 11 habe „nie als einsturzgefährdet“ gegolten. „Der vom Eigentümer selbst beauftragte Tragwerksplaner versichert in den Unterlagen für das Gericht ‚an Eides Statt‘, ich zitiere: ‚Dem Haus Pohlestraße 11 in Berlin Köpenick droht der Grundbruch mit der möglichen Folge, dass das Haus einstürzt.'“ Dazu erklärte Stefan Schepers, Geschäftsführer der Bonafide Immobilien, die das Bauprojekt verantwortet, auf meine Anfrage: „Wir haben nie behauptet, dass es keine Einsturzgefahr gibt.“ Dissens habe es nur über die Schadensursache gegeben.

Neues Fundament für die Nummer 11. Schepers bleibt aber bei seiner Einschätzung, Bezirksamt, THW und Feuerwehr hätten völlig überreagiert, als sich erste Risse im Haus Nummer 11 zeigten und die Mieter flüchteten. Bezirksbürgermeister Igel und der Einsatzleiter vom Katastrophenschutzamt Lichtenberg hätten „Hysterie“ verbreitet und unnötigerweise die Räumung der ganzen Straße veranlasst. Inzwischen ist die Baugrube zum schadhaften Haus hin mit Erde verfüllt, „genau so, wie wir es vorgeschlagen haben“. Jetzt könne unter dem Haus ein neues Betonfundament eingespritzt werden, damit sei das Problem bautechnisch behoben.

Vier Wohnungen „zerstört“. Mit der Degewo als Hauseigentümer habe man darüber bereits Einvernehmen erzielt, sagte Schepers. Bezahlen wird am Ende wohl die Versicherung des Bauunternehmens, dessen Bauleute die Schalungsbretter an einer Seite der Grube entfernt hatten, „kein Mensch weiß warum“. Für Schepers die alleinige Ursache des Schadens. Unklar ist allerdings, ob auch die Renovierung der vier Wohnungen im Haus 11 von der Versicherung übernommen wird. Dort hatten sich Risse gebildet, die Wohnungen seien aber vor allem durch das „völlig überflüssige“ Einbringen von Klammern durch das THW „zerstört“ worden, sagte Schepers.

 

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