Namen & Neues
Städtepartnerschaft mit Luxemburg abgelehnt
Veröffentlicht am 10.10.2022 von Simone Jacobius
In einem entsprechenden Antrag der AfD-Fraktion sollte dem Hauptmann von Köpenick auf diese Weise gehuldigt werden. Denn der Hauptmann, alias Wilhelm Voigt, starb in Luxemburg. Dort ist auch noch immer sein Grab zu sehen. Die Partei wolle einen regelmäßigen Austausch rund um Hauptmann-Themen anstreben und deswegen eine Partnerschaft mit Luxemburg schließen. „Die Geschichte des Hauptmanns gehört zur Identität unseres Bezirks, das Museum ist ein regelrechter Wallfahrtsort für Touristen”, argumentierte Johannes Rackow (AfD).
Bereits im Haushaltsausschuss ist der Antrag abgelehnt worden. Die Begründung: Der Bezirk habe bereits zwölf Städtepartnerschaften und die seien schon schwer mit Leben zu füllen. Philipp Wohlfeil (Linke) war irritiert über den erneuten Vorstoß der AfD: „Wir waren uns einig, dass Partnerschaften nicht von oben angeordnet werden dürfen, sondern aus der Bevölkerung heraus kommen müssen”, sagt er. Außerdem fand er die Priorisierung der Themen bei der AfD fragwürdig in Zeiten von Energiekrise und Inflation.
Der Hauptmann sei nicht als preußisches Militär zu glorifizieren, wie es die AfD möchte, sagte Dustin Hoffmann (CDU). Der Hauptmann stehe stattdessen für Probleme, die auch heute noch existieren: Armut, Flucht, Illegalität.
Wer mehr über den Hauptmann wissen möchte: Am Freitag gibt es um 18 Uhr einen Vortrag zum Hauptmann von Köpenick im Museum Köpenick, Alter Markt 1. Gehalten wird er vom Luxemburger Hauptmann-von-Köpenick-Experten Marc Jeck (solche Kooperationen funktionieren halt auch ohne Partnerschaft). Er hat in Archiven neue Kenntnisse zur Grabstätte Wilhelm Voigts in Luxemburg recherchiert, die er auf der Veranstaltung vorstellen wird. Die Veranstaltung würdigt auch den 100. Todestag Voigts in diesem Jahr.