Nachbarschaft

Veröffentlicht am 14.05.2018 von Thomas Loy

Angelika Mähle-Eis, 61, Tierschützerin aus Müggelheim.

Gegen das Hundeelend. Mir ist es einfach wichtig, mich in meiner freien Zeit ehrenamtlich zu engagieren. Und weil ich sehr tierlieb bin, habe ich mich für den Tierschutz entschieden. Seit vielen Jahren übernehme ich immer wieder Hunde aus Tierheimen und gebe ihnen ein schönes neues Zuhause.

Bitte zur Nachkontrolle. Für den Tierschutzverein Berlin bin ich seit rund drei Jahren ehrenamtlich unterwegs. Ich mache Nachkontrollen, freundlicher gesagt: Nachbesuche bei den Menschen, die sich ein Tier aus dem Tierheim Berlin geholt haben. Diese Tierschutzbesuche gibt es bei allen vermittelten Tieren, neben Hunden und Katzen also auch bei Meerschweinchen, Kanarienvögeln, Wellensittichen, Schildkröten bis hin zu Exoten wie Bartagamen. Ich komme unangemeldet und schaue, wie es den Tieren geht, ob sie artgerecht gehalten werden und in ihrem neuen Zuhause gut angekommen sind. Die Tierhalter wissen, dass es diese Nachkontrollen gibt, das ist im Übergabevertrag mit dem Tierheim geregelt.

Außer Vollzug. Die meisten freuen sich über meinen Besuch und sind stolz darauf, dass sich ihr neuer Mitbewohner gut eingelebt hat. Bei rund 95 Prozent der Kontrollen ist alles in Ordnung, um die anderen Fälle kümmern sich hauptamtliche Tierschützer. Wir ehrenamtlichen Nachbesucher sind nicht berechtigt, Tiere wegzunehmen, auch wenn wir sehen, dass sie nicht artgerecht gehalten werden. Wir informieren dann das Tierheim.

Sinnfrage geklärt. In der Regel finden die Nachbesuche nach einigen Wochen statt, so dass die Tiere sich eingelebt haben. Wenn viele Tiere aus dem Tierheim geholt wurden, kann es aber auch mal länger dauern. Mir geht immer wieder das Herz auf, wenn ich sehe, wie gut es den Tieren geht und wie glücklich die neuen Tierhalter sind. Ich habe eine sinnvolle Aufgabe, die mich erfüllt und mir Freude macht und das hält jung. Ich kann also jedem raten, sich ehrenamtlich zu engagieren. Der Tierschutzverein Berlin bietet dazu viele Möglichkeiten. Es lohnt sich, nachzufragen.

Text: Claudia Berlin, Foto: Reginald Gramatté

Wer soll hier als nächstes vorgestellt werden? Sie selbst? Jemand, den Sie kennen? Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge unter: leute-t.loy@tagesspiegel.de