Nachbarschaft

Veröffentlicht am 03.09.2018 von Thomas Loy

Bernhard Buley, 80, Tänzer und Theaterregisseur aus Niederschöneweide

Berufstänzer sei er mal gewesen, erzählt Bernhard Buley, ohne seine steile Karriere bis zum Intendanten des Staatlichen Tanzensembles der DDR zu erwähnen. „Nationaltanz“ habe er früher betrieben. Aber das sind alte Geschichten aus einer fernen Welt. Bernhard Buley, dieses Jahr 80 geworden, hat keine Zeit, sein Leben Revue passieren zu lassen. Und eigentlich auch keine Lust. Er schaut lieber voraus.

1993 kam Buley zum Ratzfatz, dem Kulturzentrum von Niederschöneweide, die damalige Stadträtin für Kultur habe ihn dorthin gelotst. Schließlich war er damals arbeitslos gemeldet, und im Ratzfatz gab es staatlich finanzierte Stellen. Dort orientierte sich Buley Richtung Theater, gründete und leitete Gruppen, versorgte sie mit Spielstoff, viele Texte verfasste er gleich selbst, das spart die Kosten für die Urheberrechte. Und Rollen übernimmt er auch noch selber.

Gärtner war sein erster Beruf, erzählt Buley, daher ackere er immer noch gerne im eigenen Garten, auch das schafft Bewegung, um die es in seinem Leben ja vordringlich geht. Daher kommen auch seine Theaterstücke selten ohne Bewegung, ohne Tanzen aus.

Romeo und Julia auf dem Dorfe heißt eine der neuen Spielszenen, die Buley mit seiner Truppe vom „Theater Oberspree“ gerade einstudiert. Die Gruppe trifft sich jeden Mittwoch von 18 bis 20 Uhr. (Das Foto ist aus dem Stück „Köpenick und kein Ende“) Dann gibt es noch die „Die Eleven“, die Kinder-Schauspieler ab vier Jahren. Ihr neues Stück „Drei Burschen aus der Wallachei“ ist am Sonntag, 9. September, um 10 Uhr im Ratzfatz, Schnellerstraße 81, zu sehen. ratzfatz.de

Wer soll hier als nächstes vorgestellt werden? Sie selbst? Jemand, den Sie kennen? Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge unter: leute-t.loy@tagesspiegel.de

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