Nachbarschaft

Veröffentlicht am 29.04.2019 von Simone Jacobius

Peter Hahn, Fotograf

Eigentlich sei er ja nur ein halber Nachbar, meint der Fotograf Peter Hahn schmunzelnd. Sein Wohnort ist Lichterfelde, aus privaten Gründen ist er aber regelmäßig in Köpenick. Und gerade zeigte er eine neue Ausstellung im früheren Ausflugsrestaurant Schmetterlingshorst, idyllisch zwischen Dahme-Ufer und Müggelbergen gelegen. „Fotografische Zuwiderhandlungen” heißt die Ausstellung, die vom Präsidenten des Landessportbundes, Thomas Härtel, gestern eröffnet wurde.

„Fotografie ist Begegnung und Abstraktion des Alltäglichen. Scheinbar unbedeutende Augenblicke des Alltäglichen um uns herum in ein Bild zu fassen, bevor diese an Bedeutung verlieren und im Nichts verschwinden, das ist mein Anliegen”, sagt der Künstler. Der Titel der Fotoausstellung „Fotografische Zuwiderhandlungen“ soll darauf hinweisen, dass die Rahmenbedingungen der Straßenfotografie immer schwieriger werden. Fotografie ist kein Voyeurismus. „Der Mensch im öffentlichen Raum ist ein Aspekt meines Kunstbegriffs. Die Fotografie ermöglicht mir, mich dieser Welt zu nähern”, erklärt Peter Hahn. Und das mit all ihrer Widersprüchlichkeit – denn Witz und Ernsthaftigkeit liegen oft nah beieinander. Für Hahn liegen in der Fotografie Spannung, Dialog, Überraschung, Freude, Widerspruch, Einsamkeit und das Schöne zu sehen zusammen – und manchmal den „Fotoblues“ zu haben. Das ist auch der Name seine Website.

Zweifelsohne zeigen die Bilder seine eigene Wahrnehmung. Sie sind eine subjektive Verortung der Wirklichkeit. Ein Schwerpunkt seiner fotografischen Arbeiten ist die Auseinandersetzung mit Berlin, der Stadt, in der der gebürtige Heidelberger seit 45 Jahren lebt. „Für Fotografen ist Berlin eine Herausforderung, eine tägliche Entdeckung, eine Stadt der Brüche und Gegensätze”, schwärmt Peter Hahn. Die Ausstellung „Fotografische Zuwiderhandlungen” ist noch bis zum 30. Juni zu sehen.

Anzeige