Nachbarschaft

Veröffentlicht am 29.07.2019 von Simone Jacobius

Susanne Reumschüssel im Industriesalon Schöneweide (hier im Bild mit ihren Mitstreitern Winfried Müller und Ralf Kowa).

Sie hat es wahrlich verdient. Susanne Reumschüssel ist am Dienstag für ihr jahrelanges unermüdliches Engagement mit der Medaille des Verdienstordens der Bundesrepublik ausgezeichnet worden. Eigentlich ist die Medaillen-Trägerin Filmemacherin. Doch die 63-Jährige hat es sich stattdessen zur Lebensaufgabe gemacht, Geschichte erlebbar und lebendig zu machen. Aus der Nachwendeentwicklung in Schöneweide ist sie nicht mehr wegzudenken, hat auch maßgeblich an der Gründung des Industriesalons Schöneweide mitgewirkt. Durch ihre Initiative konnte die bereits zu DDR-Zeiten zusammengetragene Sammlung der Geschichte vom Werk für Fernsehelektronik in großen Teilen gerettet werden.  

Dank umfangreicher Vorarbeiten wurde unter ihrer Leitung im Jahr 2009 das Museum Industriesalon Schöneweide eröffnet und die gerettete Ausstellung wieder der Öffentlichkeit gezeigt. So ist der Industriesalon heute ein über die Köpenicker Grenzen hinaus bekannter Ort für Geschichte, Begegnung und Kultur und entwickelt sich damit zu einem neuen touristischen Schwerpunkt im Bezirk.

Durch ihre Arbeit wurde auch die „Elektropolis“ wiederbelebt und zum 100. Todestag von Emil Rathenau organisierte sie nicht nur eine große Gedenkveranstaltung im Beisein des damaligen Außenministers Guido Westerwelle. Susanne Reumschüssel hat auch zukünftig viel vor und plant bereits ein modernes, multimediales Kabelmuseum in der ehemaligen, heute denkmalgeschützten AEG-Kantine.

Foto: Kitty Kleist-Heinrich

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