Nachbarschaft

Veröffentlicht am 22.06.2020 von Thomas Loy

Orientierungslos durch die germanischen Wälder tappten schon die römischen Legionäre und erlitten so manche militärische Niederlage, Teutoburger Wald, Sie wissen schon. Ulrike Neitzel hätte den Römern sicher auf die Sprünge helfen können. Mit dem Köpenicker SC gewann sie mehrmals den Berliner Nachwuchspokal im Orientierungslauf.

Laufen ohne Orientierung findet sie langweilig, also lieber mit Karte und Kompass durch die Wälder um Müggelheim. Im Wettbewerb kommt es dann darauf an, möglichst auf der kürzesten Strecke die jeweiligen Stationen zu passieren – dort wird man per Chip registriert – und dann schnell im Ziel zu landen. Die Streckenlängen variieren je nach Alter und Leistungsstand von 1,5 bis 20 km.

Jetzt hat die 18-jährige Müggelheimerin den Mädchenpreis des Bezirksamtes gewonnen und damit ein Startkapital von 300 Euro für ihren weiteren Lebensweg verdient. Das reicht immerhin für eine Shoppingtour mit den Freundinnen zum Alex. Die übrigen Mädchenpreisträgerinnen sind die 15-jährige Chantal Bigalke von der Flatow-Sportschule und die 18-jährige Katharina Wist, die das Oberstufenzentrum Rahel Hirsch in Hellersdorf besucht. Die Preise sollen am 14. August überreicht werden.

Am Telefon wirkt Ulrike Neitzel fast scheu, doch im Alltag hält sie die Fäden fest im Griff. Für den KSC organisiert sie die Trainingseinheiten und Wettkämpfe im Orientierungslauf und betreut verschiedene Gruppen im Kanurennsport. Seit August 2019 macht sie ein Freiwilliges Soziales Jahr im Verein. Nebenher tanzt sie noch, das Theaterspielen hat Ulrike aber erstmal an den Nagel gehängt. Über viele Jahre war sie im Jugendensemble des Kulturzentrums Ratz-Fatz in Schöneweide aktiv, dort spielte sie zuletzt die Juliette in „Roman et Juliette“.

Berufsziel: Lehrerin. Beruflich wusste sie nach dem Abitur am Emmy-Noether-Gymnasium erstmal nicht, wohin die Reise gehen soll, daher das Freiwillige Soziale Jahr. Jetzt peilt sie an, Grundschullehrerin zu werden, für Mathe, Deutsch und Sachkunde. Ihr Motto: „Immer positiv bleiben.“

Foto: OLV Potsdam, Text: Thomas Loy

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