Nachbarschaft

Veröffentlicht am 21.12.2020 von Simone Jacobius

Der Weihnachtsmann, alias Robert Ahrens (40)

Eigentlich ist jetzt Hochsaison für den Weihnachtsmann. Aber, wie ist das in Zeiten des Lockdowns? Ich habe mal nachgehakt, was denn eigentlich ein arbeitsloser Weihnachtsmann so macht. Und wie es in einem normalen Jahr so wäre.

Sie sind als Weihnachtsmann regelmäßig auf dem Müggelheimer Adventsmarkt, aber auch in  der Kita und bei den Nachbarn als im Einsatz. Was reizt Sie an der Aufgabe? Sich zu verkleiden und unerkannt zu bleiben. Selbst mein eigener kleiner Sohn hat mich nicht erkannt. Die Reaktionen der Kinder sind einfach spannend, voller Ehrfurcht und Staunen, aber doch auch voller Vertrauen. Sie sind alle der festen Überzeugung: Der Weihnachtsmann ist ein guter Mann. Selbst die älteren Kinder fangen wieder an zu zweifeln und fragen sich „gibt es ihn womöglich doch?” Viele haben mir ihre Wunschzettel mitgebracht, ganz rührend – ich habe sie alle aufgehoben. Manche Kinder wollten auch gedrückt werden. Das ginge ja heutzutage gar nicht.

Wie hilft sich ein Weihnachtsmann durch die arbeitslose Adventszeit? Nun ja, ich habe viel zu tun: Ich muss mit meinen Wichteln den Versand der Geschenke organisieren. Leider sind ja coronabedingt ein paar Wichtel ausgefallen. In meiner „Nicht-Weihnachtsmannzeit” arbeite ich allerdings in einem großen Möbelhaus.

Müssen wir nun alle Angst haben, dass unsere Kinder traumatisiert sind, weil sie ein Weihnachtsfest ohne Weihnachtsmann verbringen müssen? Ich habe volles Vertrauen in die Eltern, die ihre Kinder entsprechend vorbereiten werden. Sie werden mich quasi vertreten. Letztlich ist der Weihnachtsmann ein alter Mann und gehört zur Risikogruppe. Da werden viele Geschenke auf Abstand vor der Tür abgestellt oder auf der Terrasse übergeben. Kinder wollen ja auch nicht, dass der Weihnachtsmann krank wird.

Hat denn der Weihnachtsmann einen Wunsch fürs nächste Jahr? Auf jeden Fall! Dass Corona wieder vorbei ist und ich wieder in die Alte Försterei kann. Denn in meiner zivilen Zeit bin ich doch ein großer Fußballfan. Das fehlt mir wirklich, alle zwei Wochen habe ich dort meine Freunde getroffen.

Was wird Ihnen selber am meisten zu Weihnachten fehlen? Wie feiern Sie – als Weihnachtsmann? Normalerweise haben wir Heiligabend selber eine große Familienfeier. Schließlich weiß man nie, wie viele Weihnachtsfeste man mit den Älteren noch zusammen feiern kann. Das ist schon ein bisschen schade. Dieses Jahr werden wir alles aufsplitten. Aber die Vorweihnachtszeit ist eigentlich nicht anders als sonst – Lebkuchen gab es ja auch pünktlich Anfang September schon in den Geschäften. Die Läden sind voll und zu Hause ist es gemütlich, genauso wie ohne Corona.

Foto: privat

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+++ Das sind die Themen der Woche:

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  • Dem Weihnachtsmann auf den Zahn gefühlt
  • Fall Hedeler: Nach Rassismusvorwürfen nun die Kündigung
  • Streit zwischen Baustadtrat Hölmer und Wohnungsbaugenossenschaft DPF geht weiter
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