Namen & Neues
Debatte um Personalmangel im Bezirk geht weiter
Veröffentlicht am 11.10.2019 von Cay Dobberke
In der vorigen Woche hat mein Kollege Markus Hesselmann an dieser Stelle den „Personalnotstand“ im Bezirksamt thematisiert und die Meinungen mehrerer BVV-Fraktionen eingeholt. Nun widerspricht Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann (SPD) allerdings dem FDP-Fraktionschef Felix Recke, der geschrieben hatte, ein Drittel aller Stellen sei unbesetzt. Im Naumanns Auftrag teilte uns der Leiter des Fachbereichs Personal, Klaus Meinig, eine andere Zahl mit: Aktuell seien 210 von mehr als 1700 Verwaltungsstellen vakant. Das entspreche rund 12,5 Prozent beziehungsweise „einem Achtel“.
Außerdem erreichte uns inzwischen die angefragte Stellungnahme der Linksfraktion. Sebastian Dieke, der sich mit Haushalts- und Personalfragen befasst, sieht „immer noch großen Handlungsbedarf“, obwohl schon manches getan worden sei, um Stellen nachzubesetzen. Endlich gebe es ein Zentrales Bewerbungsbüro, das beispielsweise die Öffentlichkeitsarbeit bei Stellenausschreibungen verbessere und den ganzen „Verfahrensprozess“ optimieren solle. Das sei „ein erster Schritt in die richtige Richtung, aber es müssen noch viele Schritte folgen“.
Laut Dieke haben die Linken „seit dem Anfang dieser Wahllegislatur ein Personalplanungskonzept gefordert“, verbunden mit einer zentralen Stelle, die „die gesamte Entwicklung des Verwaltungspersonals koordiniert“. Die Fraktion wolle das Thema „auch weiterhin prioritär verfolgen“. Darüber hinaus müsse landes- und bundesweit gegen die unterschiedliche Vergütung vergleichbarer Stellen vorgegangen werden. „Es kann aus unserer Sicht nicht sein, dass Angestellte in den Bezirksämtern und anderen bezirklichen Verwaltungen für die gleiche Arbeit weniger an Gehalt bekommen als Angestellte in gleichwertigen Positionen in der Landes- bzw. Bundesverwaltung.“
Um die Arbeit in der Bezirksverwaltung attraktiver zu machen, wünschen sich die Linken auch regelmäßige Weiterbildungen und flexible Arbeitszeiten. Ein Ziel sei die „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“. Für die Mitarbeiter dürfe es zum Beispiel kein Problem darstellen, Elternzeit zu beantragen oder „auch mal, sofern dies möglich ist, ins Homeoffice zu gehen“, falls die Eltern keine Betreuer für ihre Kinder finden. Ähnliches solle für die häusliche Pflege von Angehörigen gelten.