Namen & Neues

Wo neue Bibliotheken entstehen sollen

Veröffentlicht am 12.06.2020 von Cay Dobberke

Foto: Martin Schutt/dpa

Für eine größere Zentralbibliothek in Charlottenburg-Wilmersdorf wollen Bildungsstadträtin Heike Schmitt-Schmelz (SPD) und Fachbereichsleiter Andres Imhof am liebsten den bisherigen Parkplatz an der Schillerstraße nahe der Fußgängerzone Wilmersdorfer Straße bebauen (wir berichteten). Ein Problem besteht darin, dass vor allem die bezirkliche SPD-Fraktion dort Wohnungsbau fordert. Es gibt auch andere mögliche Standorte, die Schmitt-Schmelz und Imhof als Teil ihrer Bibliotheksentwicklungsplanung im Ausschuss für Weiterbildung und Kultur vorstellten.

Infrage kommen die ehemaligen Räume von Peek & Cloppenburg im Kant-Center an der Wilmersdorfer Straße / Ecke Kantstraße. Die Lage an der Fußgängerzone und die hervorragenden Verkehrsverbindungen seien „ideal für einen Bibliotheksstandort“, steht in dem schriftlichen Konzept. Allerdings müssten die Kosten geprüft werden. Als weitere Option nennt das Papier den früheren Baumarkt am Kurfürstendamm / Ecke Nestorstraße und das leer stehende Polizeigebäude nebenan.

Die Zentralbibliothek soll 6000 Quadratmeter Fläche bieten – falls nötig, in zwei Gebäuden. Die Musik- und die Volkshochschule sind als Mitnutzer vorgesehen, auch ein Café ist angedacht.

Für die Stadtteilbibiothek in Westend wird ein neuer Ort „direkt am Theodor-Heuss-Platz“ als Ersatz für die Johanna-Moosdorf-Bibliothek in der Westendallee gesucht. An der Brandenburgischen Straße in Wilmersdorf reiche die Fläche der Dietrich-Bonhoeffer-Bibliothek nicht aus, heißt es. Für einen Anbau eigne sich der Parkplatz dahinter.

Deutlich vergrößern möchte das Bezirksamt auch die nur 237 Quadratmeter kleine Bücherei am Halemweg in Charlottenburg-Nord. „An keinem anderen Ort“ im Bezirk wäre „ein umfassendes Bibliotheksangebot zielführender eingesetzt“, findet Imhof. Es gehe um „kulturelle Bildungsangebote für benachteiligte Menschen“ in einer Gegend, die als sozialer Brennpunkt gilt. Der Bezirk könne Fördermittel der Senatskulturverwaltung beantragen. Zusätzliche Bibliotheken hält Imhof am Mierendorffplatz und am Hochmeisterplatz in Halensee für denkbar.

Die bisherige Hauptstelle im Rathaus Charlottenburg gilt als dringend sanierungsbedürftig. Zuletzt war im Gespräch, sie während einer Modernisierung vorübergehend im leer stehenden Ratskeller nebenan unterzubringen. Diese Idee wäre vom Tisch, falls sich bald nach den Sommerferien ein neuer Dauerstandort abzeichnet. Bis dahin bleibt offen, was aus dem seit Ende 2018 geschlossenen Restaurant wird.

Die Finanzierung der meisten Ideen scheint bisher nicht gesichert. Der Entwicklungsplan ist eine Wunschliste mit einem ernsthaften Hintergrund: Im Vergleich zu fast allen anderen Berliner Bezirken liegt Charlottenburg-Wilmersdorf bei der Größe der Bibliotheken weit zurück. Auch das Medienangebot ist relativ gering, was sich allerdings durch eine Erhöhung des entsprechenden Etats auf rund eine halbe Million Euro im Doppelhaushalt 2020/2021 ändern soll. – Text: Cay Dobberke

Dieser Text stammt aus dem Tagesspiegel-Newsletter für Charlottenburg-Wilmersdorf. Die Tagesspiegel-Newsletter gibt es Bezirk für Bezirk und kostenlos hier: leute.tagesspiegel.de
+++
Meine Themen im aktuellen CaWi-Newsletter – hier eine Übersicht:

  • Corona-Fall an Schule
  • BVV-Mehrheit für temporäre Spielstraßen
  • Anwohner der Xantener Straße können auf Entlastung vom Durchgangsverkehr hoffen
  • Wie eine Sportstudiobetreiberin die Krise bewältigt
  • Fußgänger und Radler sollen den Luisenplatz sicherer überqueren können
  • Freiluftkino auf dem Dach des Stilwerks
  • Machen Sie mit bei der Fête de la Musique!
  • Bolzplätze öffnen
  • Politiker fordern niedrigere Preise im „Ku’damm-Beach“ am Halensee