Namen & Neues

Asbest in vielen Wohnungen

Veröffentlicht am 26.04.2024 von Cay Dobberke

Für insgesamt 5376 Mietwohnungen in Charlottenburg-Wilmersdorf, die landeseigenen Unternehmen gehören, besteht der Verdacht einer Asbestbelastung. Mehr als 3200 davon sind Eigentum der Degewo – darunter alle 1548 Wohnungen in der Autobahn-Überbauung an der Schlangenbader Straße. In Häusern der Gewobag könnten krebserregende Fasern in mehr als 1900 Fällen verbaut sein. Weniger betroffen sind die Gesobau mit 116 Wohnungen und die Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte (WBM) mit 65 Wohnungen.

Diese Zahlen nennt die Berliner Stadtentwicklungsverwaltung in der schriftlichen Antwort auf eine Anfrage des Berliner Abgeordneten Niklas Schenker (Linke). Er ist in seiner Fraktion unter anderem der Sprecher für Mieten und Wohnen. An der Schlangenbader Straße seien seit 2013 mehr als 600 Wohnungen saniert und dabei „insbesondere Schadstoffe im Fußbodenbereich“ entfernt worden, schreibt der Staatssekretär für Wohnen und Mieterschutz, Stephan Machulik.

Ein Rundschreiben der Degewo an die meisten Haushalte in der Siedlung hatte im Herbst 2023 zu Sorgen geführt. Darin hieß es, Asbest im Wandputz stelle keine Gefahr dar – allerdings nur, wenn auf „faserfreisetzende Tätigkeiten“ wie Bohren und Schleifen verzichtet werde.

Die Bauaufsicht Charlottenburg-Wilmersdorf hat die Asbestbelastung nicht gemessen. Staatssekretär Machulik zitiert das Bezirksamt mit der Einschätzung, die Degewo komme „ihren Verpflichtungen nach“ und habe „einzelnen Mietern die Übernahme von Luftmessungen in Aussicht gestellt“. Dies bekräftigte Baustadtrat Christoph Brzezinski (CDU) gestern in der Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung. Auch er sagte, „fest verbautes Asbest“ sei gesundheitlich unbedenklich.

Die Degewo plant ohnehin eine umfassende Sanierung des 1976 bis 1980 entstandenen Gebäudekomplexes und will dabei auch das Asbestproblem lösen. Allerdings sollen bauvorbereitende Maßnahmen in einem „Pilotsegment“ erst im Mai 2025 beginnen (wir berichteten). Laut Niklas Schenker ist noch großenteils unklar, wo betroffene Mieterinnen und Mieter während der Modernisierungen wohnen können.