Kiezgespräch

Veröffentlicht am 28.03.2024 von Julia Schmitz

Die Zeiten, in denen sich der Preußenpark während der wärmeren Monate jedes Wochenende in ein olfaktorisches Wunderland verwandelte, sind vorbei: Nach Beschwerden von Anwohnerinnen und Anwohnern musste der Bezirk für den thailändischen Streetfood-Markt einen neuen Standort finden. Ende Februar entschied die BVV, dass der Markt in der kommenden Saison zunächst zwei Jahre lang in die Württembergische Straße umziehen soll, die neben dem Preußenpark verläuft.

Die Saison beginnt im April, also schon kommende Woche – doch dem Bezirksamt liegt bisher kein Sondernutzungsantrag für die Durchführung des Thailändischen Vereins vor. Damit sei eine Realisierung des Marktes im April nicht mehr realistisch, heißt es.

Direkt nach der Entscheidung über die Verlegung des Marktes habe das Bezirksamt die Organisatoren zum Gespräch eingeladen, um die Aufbaumöglichkeiten am neuen Standort zu besprechen. „Alle Beteiligten waren sich einig, dass der Thai-Streetfoodmarkt dort wesentlich einfacher und auch günstiger durchzuführen ist als im Preußenpark. In der Zwischenzeit gab es weitere Gespräche mit dem Veranstalter. Trotzdem gibt es bisher keinen Antrag des Veranstalters zur Durchführung des Marktes“, so das Bezirksamt.

Die Linksfraktion kritisiert das Vorgehen scharf: „Nun ist eingetreten, wovor die Linke gewarnt hatte: Kurz vor der Saisoneröffnung stehen die Marktbetreiber:innen ohne Standort für den Thai-Markt da. Und das nur, weil CDU und Grüne mit ihrer Mehrheit in der BVV die Thai-Community unbedingt aus dem Preußenpark verdrängen mussten. Der Grüne Stadtrat Oliver Schruoffeneger hat versäumt, die Thai-Community in die Planungen einzubinden und einen nahtlosen Übergang zum neuen Standort zu schaffen. Wir bedauern, dass der Thaimarkt nun nicht wie gewohnt in die Saison starten kann und hoffen, dass die Zukunft dieser Wilmersdorfer Institution nicht an der Fehlplanung des Bezirksamts scheitert.“

Warum der Verein bisher keinen Antrag gestellt hat, bleibt unklar; unsere Anfrage blieb bis Redaktionsschluss unbeantwortet.