Namen & Neues
Baggern, kehren, gabeln: Das kann der bezirkliche "Radlader"
Veröffentlicht am 12.05.2022 von Corinna von Bodisco
Bagger ist nicht gleich Bagger, wie sich an dieser Geschichte zeigt. Um den neuen „Radlader“ des Bezirksamts gab es Bohei in der letzten Bezirksverordnetenversammlung (BVV): Die FDP fragte nach dem Mini-Bagger, der unbedingt angeschafft werden sollte (wir berichteten). Die Antwort: Es wurde ein „Radlader“ angeschafft. Dieser Begriff mag verwirren, was ist das überhaupt? Zum besseren Überblick helfen manchmal Zeichnungen (siehe hier). Doch daraus ergeben sich weitere Fragen:
Was kann der Radlader, was ein Mini-Bagger nicht kann? Ein Bagger habe einen kleineren Wendekreis und grabe eher „stationär“, fahre also nicht so viel herum. Das Gefährt sei außerdem mit vier verschiedenen Aufsätzen multifunktionaler, so das Bezirksamt.
- Aufsatz I: Eine normale Bagger-Schaufel mit Zacken
- Aufsatz II: Eine Bagger-Schaufel mit einem siebartigen Deckel, damit Grünschnitt oder kleingehäkeltes Holz nicht aus der Schaufel fällt
- Aufsatz III: Ein Kehraufsatz mit gelber Rundbürste, mit dem die Wege gereinigt werden können (ein bisschen wie bei den Fahrzeugen der BSR). In einem Auffangbehälter wird der Schmutz gesammelt.
- Aufsatz IV: Eine Gabel wie beim Gabelstapler
Der Radlader „wohnt im Viktoriapark“, sei aber auch in anderen Parks unterwegs, sagt Bezirkssprecherin Sara Lühmann. Am gestrigen Mittwoch wurde er auf dem Park-Lagerplatz vorgestellt (hier ein Video). Gefahren wurde er von Enno Wittenhagen vom Straßen- und Grünflächenamt. Der Radlader sei sein hauptsächliches Arbeitsgerät, das er stolz präsentierte. Testweise wurde mit Aufsatz IV (Greifer) ein Findling gehoben, ein Blumenkasten, ein Jungbaum samt Topf. Und natürlich kam der Kehraufsatz zum Einsatz, um die Parkwege zu reinigen (siehe Foto).
Zur Wegreinigung: „Das konnte das Bezirksamt vorher nicht selbst machen und musste jährlich 3000 Euro dafür zahlen“, erklärt Lühmann. Die Kosten für den Radlader: 51.000 Euro.
Okay, aber kann das Bezirksamt einfach einen Radlader kaufen, wenn die BVV einen Minibagger beschließt? Das sei laut Bezirksamt eine „haushaltsrechtliche Feinfrage“. Im Haushaltsplan stehe wohl „Fahrzeuge“, dann ginge das schon. Man halte das üblicherweise allgemeiner.
- Neues Spielstraßen-Fahrrad. Auch diesen Mittwoch von Verkehrsstadträtin Annika Gerold (Grüne) vorgestellt wurde das neue E-Lastenrad für Spiel- und Nachbarschaftsstraßen. Das Fahrrad wird künftig Spielgeräte (welche, steht hier) und weiteres Material für die temporären Spielstraßen von Kiez zu Kiez zu bringen.
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