Namen & Neues

Aufarbeitungsverein fordert Abriss-Stopp für das ehemalige Stasi-Gelände

Veröffentlicht am 07.10.2019 von Pauline Faust

Das Areal der ehemaligen Stasi-Zentrale an der Normannenstraße beherbergt bisher das Stasi-Unterlagen-Archiv und das Stasi-Museum. Mit der Eingliederung der Stasi-Unterlagen-Behörde ins Bundesarchiv soll die Fläche anders genutzt werden. Ein Häuserriegel an der Frankfurter Allee und das sogenannte Haus 6 in der Magdalenenstraße sollen dafür abgerissen werden. Über die Nachnutzung wird noch immer diskutiert. Nun fordert der Aufarbeitungsverein „Bürgerkomitee 15. Januar“ ein Abrissmoratorium. Der Verein engagiert sich um die Aufarbeitung der Stasi-Vergangenheit.

Das Haus in der Frankfurter Allee wurde vorletzte Woche kurzzeitig besetzt. Das nimmt der Verein zum Anlass für eine Mitteilung: „Die Besetzung von Teilen des Campus für Demokratie hat dramatisch deutlich gemacht, dass kein Problem auf dem Gelände wirklich gelöst ist“. Insbesondere störe den Aufarbeitungsverein, dass es kein Nachnutzungskonzept für die Fläche gäbe. Abreißen ohne Plan – das gehe nicht.

Die Ankündigung der Stadtentwicklungssenatorin, Katrin Lompscher (Linke), am 28. Oktober eine „Charta“ zum Nachnutzungskonzept Campus für Demokratie unterzeichnen zu lassen, wird kritisiert: „Jetzt eine ‚Charta‘ unterschreiben zu lassen, die Konsense feiert, wo noch gar keine da sind, ist eine schlechte PR-Komödie“. Der Verein spricht von mangelnder Transparenz auf der Standortkonferenz: „Die wichtigsten Informationen zu Planungen kommen nicht auf den Tisch, es gibt kein Ensembleschutzkonzept, kein Gesamtkonzept: Wenn die Standortkonferenz in der Regie der Senatsbauverwaltung nicht radikal umsteuert, muss sie als gescheitert angesehen werden.“ Der Verein will am 25. Oktober eine Anhörung zu dem Thema veranstalten.

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