Kiezgespräch
Veröffentlicht am 03.06.2020 von Madlen Haarbach
Vergangene Woche hat meine Kollegin Nina Dworschak Sie gefragt, ob Sie sich in der Beschreibung des Bezirks im neuen Buch von Tagesspiegel-Chefredakteur Lorenz Maroldt und Autor Harald Martenstein wiedererkennen.
„Platteres über Neukölln und dessen Einwohner*innen habe ich bisher selten gelesen. Von Martenstein bin ich derartige Plattitüden gewöhnt, aber dass sich der Chefredakteur des TSP daran beteiligt…peinlich“, urteilt Bernd Szczepanski und betont, ihm gehe es nicht um eine „Verteidigung Neuköllns“, sondern vielmehr um die dürftige literarische Qualität.
Gert Stürzebacher schreibt: „Jaja, die gepflegten Vorurteile! In Wirklichkeit ist der Bezirk doch erheblich heterogener und in vielen Ecken ganz anders, als es der halbgebildete Outsider vermutet. In unserem Haus in der Donaustraße (in “Kreuzkölln”) wohnen zum Beispiel folgende Mietparteien: Schwule Ärzte-WG, Kameramann, adeliger Französischlehrer, Goldschmiedin, Galeristen, promovierte Juristen, Künstler-WG, italienisch-türkische Kleinfamilie, Psychatrie-Krankenschwester, syrische Flüchtlingsfamilie, Psychologe, Maurerpolier im Ruhestand. Im Alter von 2 J. bis 75 J. In Wohnungen zwischen 66m2 und 130m2. Eine tolle Berliner Mischung, multikulturell und viel facettenreicher, als es der sich wohlig gruselnde Westberliner Altbaubewohner, wenn er “Neukölln” hört, vorzustellen vermag.“