Kultur

Denkmalschutz für ehemaligen Mauerstreifen an der Wollankstraße

Veröffentlicht am 29.04.2021 von Christian Hönicke

Der ehemalige Mauerstreifen zwischen dem S-Bahndamm am Bahnhof Wollankstraße und der Schulzestraße soll unter Denkmalschutz gestellt werden. Das Bezirksamt solle sich dafür beim Landesdenkmalamt anliegen, beschloss die Bezirksverordnetenversammlung. Konkret geht es dabei um folgende Reste der Grenzsicherungsanlagen:

  • der Kolonnenweg zwischen Wollankstraße und Wilhelm-Kuhr-Straße
  • die sechs Leuchtmasten entlang des Kolonnenweges (plus der Leuchtmast am Regenrückhaltebecken auf der nördlichen Seite der Wilhelm-Kuhr-Straße)
  • die zwei Fragmente der Hinterlandsicherungsmauer an den beiden äußeren Ecken des Gebäudes Schulzestraße 22
  • die Fragmente der Hinterlandsicherungsmauer in Höhe der Schulzestraße 41-43
  • die Fragmente der Berliner Mauer nördlich des nordöstlichen Eingangs des S-Bahnhofes Wollankstraße
  •  der ehemalige Parkplatz der Grenzsicherungskräfte (Betonplattenweg) zwischen Wollankstraße und dem nordöstlichen Eingang zum S-Bahnhof Wollankstraße

Außerdem soll das Bezirksamt gemeinsam mit der Stiftung Berliner Mauer prüfen, wie die historischen Spuren des Mauerstreifens „angemessen sichtbar gemacht werden können, ohne die vorhandenen oder geplanten Zuwegungen zum S-Bahnhof Wollankstraße zu beeinträchtigen“. Die Verordneten schlagen dafür Informationstafeln vor. [Der Text stammt aus dem aktuellen Pankow-Newsletter. Den können Sie hier kostenlos bestellen: leute.tagesspiegel.de]

Das Gelände des ehemaligen Mauersteifen an der Schulzestraße zeige „auch mit seinen Umfeld die baulichen Reste der Grenzanlagen und erinnert an die schmerzhafte Trennung der beiden Stadthälften Berlins“, befand der BVV-Ausschuss Weiterbildung, Kultur und Städtepartnerschaften. „Es ist ein besonderer Ort der Zeitgeschichte, den es gilt dauerhaft zu erhalten und daher unter Denkmalschutz zu stellen.“ Das werde auch vom Museum Pankow „nachdrücklich unterstützt“.

Hintergrund des Beschlusses dürfte auch der Umgang mit einem Teil der Berliner Mauer in unmittelbarer Pankower Nachbarschaft sein. An der Dolomitenstraße wurden knapp 50 Meter Hinterlandmauer, die die Stiftung Berliner Mauer schützen lassen wollte, unlängst für ein neues Wohnhaus abgerissen. Lediglich zwölf Meter Mauer blieben stehen – auch diese sollen nun unter Denkmalschutz gestellt werden. – Text: Christian Hönicke

+++ Diesen Text haben wir dem neuen Tagesspiegel-Newsletter für Berlin-Pankow entnommen. Den gibt es in voller Länge und kostenlos hier: leute.tagesspiegel.de

Mehr Themen aus dem Pankow-Newsletter:

  • Kommt die Autobahn nach Prenzlauer Berg? Die Politik streitet um die Verlängerung der A100 – das sagen Bezirksamt und Parteien dazu
  • „Spiel mit falschen Karten“: CDU und Grüne attackieren SPD wegen U10-Vorstoß
  • Corona: Bei diesen Ärzten können Sie sich impfen lassen
  • „Blankenburger Süden“: Senat schließt Umplanung der Tramführung aus
  • Zu schmal für Fußgänger: Kritik an geplanten Wegen durch Thälmannpark
  • Parteieintritt: Bezirksstadtrat Krüger wird AfD-Mitglied
  • Kröten oder Möbelmarkt: Wie geht es weiter im Rechtsstreit um das „Pankower Tor“?
  • Wegen Betonweg-Bau: „Paule-Park“ zwei Monate gesperrt
  • Schwimmbad, Café, Kino: Diese Orte werden in der Pandemie schmerzlich vermisst
  • Denkmalschutz für ehemaligen Mauerstreifen an der Wollankstraße

Den Pankow-Newsletter vom Tagesspiegel gibt es in voller Länge und kostenlos hier: leute.tagesspiegel.de +++