Namen & Neues

Ein kleines Osterwunder

Veröffentlicht am 25.04.2019 von Carina Kaiser

Vor zwei Wochen hat mein Kollege Christian Hönicke das Aus des beliebten Kinderflohmarkts auf dem Helmholtzplatz angekündigt. Nach 13 Jahren gab es keine Genehmigung mehr vom Bezirksamt. Bezirksstadtrat Vollrad Kuhn (B’90/Grüne) äußerte sich zu der traurigen Nachricht: „Wie sich jetzt im Rahmen einer Vor-Ort-Prüfung ergeben hat, hat sich dieser Flohmarkt über die Jahre hin zu einem normalen Trödelmarkt entwickelt.“

Seit Freitag können die Kinderflohmarkt-Fans aufatmen. Die Organisatorinnen Katalin Pöge und Jutta Polic schrieben auf ihrer Seite: „Es hat eine Weile gedauert, aber nun haben wir alles klären können: Der Kinderflohmarkt auf dem Helmholtzplatz kann auch 2019 wieder stattfinden.“ 

Der Weg zu dieser Nachricht war lang. Veranstaltungen auf einer Grünfläche – wozu der Helmholtzplatz zum Teil zählt – sehen eine Sondergenehmigung vor und die kam mit einem großen Auflagenkatalog. „Das war schwierig für uns, wir mussten uns entscheiden. Entweder den Flohmarkt absagen oder viel mehr Standgebühren verlangen“, sagt eine der zwei Organisatorinnen Katalin Pöge. „Es hätte gegen unsere Prinzipien verstoßen, schließlich ist der Flohmarkt für Kinder und Jugendliche gedacht“. Mit höheren Preisen hätte man die Zielgruppe eher vergrault. Über die Jahre hatte der Flohmarkt an Popularität gewonnen, sodass ein ausreichender Schutz der Grünfläche nicht mehr ausreichend gewährleistet werden konnte, hieß es aber seitens des Bezirksstadtrates.

Doch der Kinderflohmarkt ist Kult. Er ist vor 13 Jahren dem MACHmit! Museum entwachsen und ein Projekt des Fördervereins des Kinder & Jugendmuseums Prenzlauer Berg. Bei einem gemeinsamen Termin auf Einladung von Kuhn wurden mit den Organisatorinnen die relevanten rechtlichen Fragen erörtert. „Im Ergebnis wurde eine einvernehmliche Regelung zum Nutzungsentgelt gefunden, die die Gemeinnützigkeit des Veranstalters und die pädagogische Zielrichtung bei der Einbindung von Kindern und jungen Familien mit berücksichtigt“, teilte ein Sprecher des Bezirksstadtrats mit. Das bestätigt Pöge. „Außerdem müssen wir strengere Kontrolle für den Schutz der Grünflächen einführen. Die Leute müssen konsequent darauf hingewiesen werden, die Wiese nicht zu beschädigen, alle müssen ein Auge darauf haben“, erklärt die Organisatorin. Nur so könne auch nächstes Jahr wieder eine Sondergenehmigung erteilt werden. 

Der erste Kinderflohmarkt-Tag findet bereits am Sonntag, 5. Mai, statt. „Wir hatten ein bisschen bedenken, dass die Ankündigung vergangenen Freitag zu kurzfristig ist, aber nach 25 Sekunden waren alle Plätze ausgebucht“, sagt Pöge. Die Standpreise habe man ein wenig anpassen müssen. Für Kinder kostet ein Tischmaß (1,20 mal 1,80 Meter) wie gehabt vier Euro, der Preis für Jugendliche wurde auf den Kinderpreis reduziert. Nur Erwachsene müssen künftig zehn Euro zahlen.

Dieses Jahr gibt es insgesamt neun Flohmarkttermine. Der Anmeldetag ist immer montags pünktlich um zehn Uhr.