Namen & Neues

Anwohner demonstrieren für temporäre Spielstraße

Veröffentlicht am 06.06.2019 von Christian Hönicke

Am kommenden Mittwoch (12. Juni) wollen Anwohner und Kinder für die temporäre Spielstraße in der Gudvanger Straße in Prenzlauer Berg demonstrieren. So soll das Bezirksamt aufgefordert werden, endlich zu handeln. Seit vier Jahren wird um die Spielstraße gerungen: 2015 hatte die BVV das Amt aufgefordert, ein kurzes Stück der Gudvanger Straße am Humannplatz von Mai bis Oktober immer dienstags von 10 bis 18 Uhr für den Autoverkehr zu sperren und zum Spielen freizugeben. Nach Anwohnerklagen wollte das Bezirksamt den Abschnitt immerhin einmal im Monat zwischen 14 und 18 Uhr zur Spielfläche erklären. Im April forderte ein weiterer BVV-Beschluss das Amt zur schnellen Umsetzung auf.

Hier im Newsletter hatte der zuständige Bezirksstadtrat Vollrad Kuhn (B’90/Grüne) danach zwar erklärt, die Spielstraße solle im Mai durch eine verkehrsrechtliche Anordnung eingerichtet werden. „Doch getan hat das Bezirksamt Pankow seitdem: nichts“, so Mitinitiator  Matthias Groh. Weder Kuhn noch seine Behörde hätten seit dem letzten Sommer Kontakt mit der Initiative aufgenommen, erklärt Groh: „Es gibt auch sonst keinerlei Anzeichen, dass die notwendigen Maßnahmen zur Einrichtung der temporären Spielstraße eingeleitet werden.“ Stattdessen suche das Bezirksamt immer wieder Ausreden und neue Bedenken und ignoriere den klaren politischen Willen des Parlamentes. Groh: „Dabei steht der Spielstraße rechtlich nichts mehr im Weg. Vier Jahre Warten sind genug!“

Die Vorwürfe will Kuhn nicht auf sich sitzen lassen. Die rechtliche Klärung sei „leider noch nicht abgeschlossen“. Man schaue sich auch die Vorgehensweise in Kreuzberg an, wo gerade Berlins erste temporäre Spielstraße eingerichtet wurde. „Ich werde dazu in Kürze noch die Initiative kontaktieren.“ Er wolle klarstellen, „dass wir hier keinesfalls den politischen Willen der BVV ignorieren, sondern uns im Gegenteil dafür stark machen, dass die Spielstraße in einer rechtssicheren Form entstehen kann“. Es müsse eine für alle Seiten machbare Lösung geben, damit die Spielstraße „nicht in einigen Monaten wieder von einem Gericht kassiert wird“.

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