Namen & Neues
Warum Hunde auf Spielplätzen verboten sind
Veröffentlicht am 06.06.2019 von Christian Hönicke
Immer mehr Hunde, kaum Auslaufflächen – das führt auch in Pankow zu Konflikten. Der eskalierte Konflikt im Leise-Park hat einige Reaktionen ausgelöst. Wie berichtet fühlen sich die Hundebesitzer dort vom Ordnungsamt verjagt und schikaniert – das wiederum verweist auf das Hundeverbot. Die Hundehalter schlugen vor, Hunden per „Time-Sharing“ wenigstens bis 8 Uhr morgens den Parkeintritt zu erlauben. Mittels Online-Petition will ein anderer Berliner Hundehalter auch den Leinenzwang für Vierbeiner in Parks und Grünanlagen zwischen abends 9 Uhr und morgens 9 Uhr lockern, schreibt mein Kollege Björn Seeling im „Checkpoint“.
Doch „Time-Sharing-Modelle“ für Hunde dürfe es zumindest auf Spielplätzen und Liegewiesen nicht geben, schreibt uns Dr. Helga Ostendorf von der Freien Universität. Grund sei nicht allein die Biss-, sondern vielmehr die Gesundheitsgefahr. Sie verweist auf eine Erklärung der Senatsverwaltung für Gesundheit von 2015: „Hunde können auf den Menschen zahlreiche zum Teil schwerwiegende Erkrankungen (sogenannte Zoonosen) übertragen.“ Ein Überträger sei der höchst gefährliche Hundespulwurm: Die Eier wanderten beim Menschen durch die Organe, „insbesondere durch die Leber, die Lunge und die Augen“.
Deshalb seien Hunde auf Spielplätzen und Liegewiesen bundesweit seit Jahrzehnten untersagt. „Der Anlass war, dass auf solchen Plätzen in großer Anzahl Eier und Zysten von Hundespulwürmern gefunden wurden“, schreibt Ostendorf. „Kinder spielen im Sand und auf den Wiesen und stecken die Finger in den Mund.“ Studien zufolge sind etwa ein Drittel aller Hunde Träger des Hundespulwurms. „Ein für die öffentliche Ordnung zuständiger Bezirksstadtrat sollte von diesen Hintergründen für das Hunde-Mitnahmeverbot eigentlich wissen.“