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Denkmalamt schützt Rest der Mauer in Wilhelmsruh

Veröffentlicht am 04.08.2021 von Björn Seeling

Noch ein Reststück der Berliner Mauer steht jetzt unter Schutz. Das teilte kurz vor dem 60 Jahrestag des Mauerbaus am 13. August  das Landesdenkmalamt (LDA) mit. Das Bauwerk zieht sich am Industriegelände entslang, auf dem zu DDR-Zeiten der VEB Bergmann-Borsig vor allem Kraftwerksanlagen produzierte. Seit der Teilung befand sich das Unternehmen im Grenzgebiet zu West-Berlin. Die Mauer sollte nach Meinung von Experten nicht nur Grenzübertritte verhindern, sondern auch Anlagen des Betriebs schützen sowie Industriespionage verhindern. „Den Fragmenten kommt große geschichtliche und wissenschaftliche Bedeutung zu“, sagt LDA-Direktor Christoph Rauhut.

Während die Mauer nach dem 9. November 1989 fast überall in der Stadt verschwand, sind die Reste in Wilhelmsruh offenbar in Vergessenheit geraten. Sie bestehen aus Stahlbetonpfeilern mit eingeschobenen Betonplatten, stammen aus der Zeit ab etwa 1965 und gehören damit zur den „Grenzanlagen der dritten Generation“. Erst vor ein paar Jahren wurde auch am Bahnhof Schönholz ein Stückchen Mauer entdeckt, wie damals unser Pankow-Experte Christian Hönicke berichtete. Die Ziegelmauer steht am ehemaligen Güterbahnhof ganz knapp auf Reinickendorfer Gebiet. Pankows Bezirkspolitik will ja nun, wie berichtet, dass auch andere Mauerreste wie an der Wollankstraße vor dem Abriss bewahrt und unter Schutz gestellt werden.