Namen & Neues

Dauerärgernis: Die Radwege in Reinickendorf

Veröffentlicht am 17.07.2019 von Gerd Appenzeller

Kein Thema bewegt die Leserinnen und Leser dieses Newsletters mehr als der Zustand der Radwege. Deshalb wird der Reinickendorf-Newsletter in der Rubrik „Kiezkamera“ von nun an regelmäßig Fotos von den Schauplätzen des Versagens bringen: Aufgerissene Radwege, durch Baumwurzeln aufgeworfene Radwege, zugeparkte Radwege. Am meisten geärgert haben sich diesmal Leserinnen und Leser über meine Schilderung der Situation an der Straße von Tegel nach Heiligensee und Konradshöhe. Ich hatte mich dem Plädoyer des CDU-Abgeordneten Stephan Schmidt angeschlossen, den für Radfahrer zur Benutzung freigegebenen Fußweg an der Heiligenseestraße regelmäßig zu pflegen und auszubauen. Ich hatte dies damit begründet, dass auf der Heiligenseestraße selbst zwar durchaus beidseits Platz für einen Radweg sei, viele Autofahrer hier aber so rücksichtlos unterwegs seien, dass ich keinen Radfahrer diesem Risiko aussetzen würde. „Das kann doch nicht wahr sein!“, war der Tenor vieler Mails. Als Beispiel hier ein Auszug aus der Mail von Karin Rohlfs aus Konradshöhe. Sie schreibt:

„Ich habe den Eindruck, Sie zäumen hier das Pferd von hinten auf. Ein Radweg ist zu riskant, weil die Autofahrer zu schnell fahren? Wenn die Autofahrer zu schnell fahren, müssen mehr Kontrollen stattfinden, damit sie sich an die vorgegebene Geschwindigkeit halten. Bei der letzten Verkehrskontrolle fuhr ein Autofahrer mit 180 Stundenkilometern durch den Wald, das ist doch nicht mehr normal. Und mit einer durchgezogenen Linie fängt man an. Reinickendorf kann Geld abrufen, wie sie in ihrem letzten Newsletter geschrieben haben und bewegliche Poller dazubauen. So kommen Heiligenseer sicher nach Tegel, die Konradshöher hoffentlich bald über die Fahrradstraße Schwarzer Weg. So, jetzt sind alle in Tegel. Jetzt müsste in Tegel eine Autospur für Fahrradfahrer freigegeben werden, leider nur noch eine zum Fahren und eine zum Parken. Normalerweise müsste das reichen. Ab der Seidelstraße/Scharnweberstraße könnte der Radweg modernisiert werden und die Autos hätten wieder mehr Platz.

Es ist mir übrigens egal, ob sich jemand von der CDU, von der SPD oder von den Grünen um die Belange der Radfahrer kümmert, Hauptsache, es kümmert sich überhaupt jemand. Deshalb ist es nett, dass der Radweg gefegt ist, zum Beispiel für Familien mit Kindern, wir anderen fahren alle auf der neuen Straße und nicht auf diesem katastrophalen Weg“.

Meine Meinung: Es wäre in der Tat gut, wenn die Bezirksverwaltung es schaffen würde, den Fuß-Rad-Weg an der Konradshöher- und Heiligenseestraße so sauber zu halten, dass er für Radfahrer benutzbar wird. Ich bleibe bei meiner Warnung für Radfahrer auf der Heiligenseestraße: Da wird durch den Wald gerast und überholt, als seien die Autofahrer auf der Flucht. Vielleicht helfen wirklich nur dauerhaft installierte Blitzer, bis irgendwann einmal die durch Poller abgetrennten Radwege kommen.