Nachbarschaft
Veröffentlicht am 11.08.2021 von Gerd Appenzeller
Die Gründungsgeschichte des Kinderheimes Elisabethstift ist gleichzeitig traurig und hoffnungsvoll. Die Pfarrfrau Caroline Weiße hatte ihre kleine Tochter nach kurzer Krankheit sterben sehen und begraben müssen. Zum Trost und als Zeichen, dass nicht alles ein Ende, sondern auch einen Anfang hat, nahm sie sechs Kinder bei sich auf, die ihre Mutter verloren hatten. Prinzessin Elisabeth von Preußen übernahm das Patronat über das Kinderheim, das so entstand. Daher der Name. Das war 1826.
Heute ist das Elisabethstift mit seinem Mutterhaus in Hermsdorf eine anerkannte Einrichtung der Kinder- und Jugendpflege und -Hilfe. Geleitet wird es seit 1999 von Helmut Wegner. Unter seiner Ägide wurde die Gemeinschaftsschule am Falkentaler Steig gegründet. Es gibt zwei Kitas mit zusammen 55 Plätzen, insgesamt bietet das Elisabethstift 205 Kindern von gleich nach der Geburt bis zum vollendeten 18. Lebensjahr eine Heimat.
Schon einmal, es ist zwei Jahre her, habe ich mit Helmut Wegner über seine Sorgen und Hoffnungen gesprochen, hier der Tagesspiegel-Link zum Nachlesen.
Jetzt, vielleicht an einem Wendepunkt der Corona-Pandemie, wollte ich von ihm wissen: Wie geht es dem Elisabethstift? Helmut Wegners Antwort zeugt von einer Mischung aus Realismus und Gottvertrauen. So hat ein Mädchen, das über den Kindernotdienst dringend untergebracht werden musste, von einer Corona-Erkrankung in der Familie nichts gesagt. Dann wurde sie plötzlich krank, was eine Quarantäne für den Kindernotdienst selbst zur Folge hatte, aber auch für die Gruppe, in der das Mädchen untergebracht war. Freie Plätze konnten nicht belegt werden, was wiederum zu Einnahmeverlusten führte.
Das war schon hart, aber Wegner mag sich gar nicht ausmalen, was passiert wäre, wenn das ganze Elisabethstift dadurch zum Hotspot geworden wäre. Viele Sachspenden und finanzielle Zuwendungen haben über die Corona-zeit hinweg geholfen. Dank des Geldes konnte endlich auch W-Lan installiert werden, was nicht nur für die Schule, sondern auch für die Kinder selbst eine Freude war.
Und dann der große Baumbestand auf dem Gelände selbst in Hermsdorf. Während der Hitzeperiode geradezu ein Segen – aber Baumspezialisten müssen dauernd nach der Stabilität der Stämme und Äste schauen. Gerade erst brach ein drei Meter langer Ast ab und landete direkt neben der Vogelnestschaukel – in der kein Kind saß. Nicht auszudenken…
- Spenden: Wer für die weitere Ausrüstung des Elisabethstiftes Geld spenden will, kann das gerne tun. Die Kontoverbindung ist bei der Berliner Sparkasse, IBAN DE82 1005 0000 2040 003250 BIC BELADEBEXXX
- Im Netz: www.elisabethstift-berlin.de