Intro

von André Görke

Veröffentlicht am 30.04.2019

„Warum gibt’s keinen Fischkutter am Altstadt-Ufer?“ Die schmackhafte Idee kommt von Klaus Hidde, 64, einem der letzten Fischer von Spandau. Hidde hat es in Berlin zu einer gewissen Berühmtheit gebracht, weil er im Tiergarten die Krebs-Plage bekämpft. Hidde ist aber auch ein pfiffiger Geschäftsmann, früher hat er für die Commerzbank in der Moritzstraße gearbeitet. Und weil das dösende Havelufer in der Altstadt belebt werden soll mit Cafés, einem Restaurantschiff und einem neuen Uferweg, schlägt Hidde vor: „Warum hat Spandau keine Fischkutter am Altstadt-Ufer – mit Fischbrötchen und geräuchertem Aal aus der Havel. Vorbild könnte Warnemünde sein, die Kulisse kennt jeder. Da bieten die Fischer auch ihre Ware an der Promenade an. In Berlin gibt’s so was nur im Tempelhofer Hafen.“ Dabei ist Spandau doch der wahre Wasserbezirk. Die blauen Wellen sind sogar im Bezirkswappen zu sehen.

„40.000 Krebse – und jetzt geht’s weiter.“ Im April hat Hidde den neuen Vertrag mit dem Senat unterzeichnet. Er soll auch 2019 die Krebsplage im Tiergarten, Britzer Garten und einem See im Neuköllner Süden bekämpfen. „Ich habe auch Fördergeld beantragt für einen Elektromotor – ein E-Fischkutter passt doch zu Berlin, oder“, sagt Hidde und lacht. 40.000 Krebse hat er voriges Jahr gefangen. Die neue Saison beginnt jetzt im warmen Mai. „Ich liefere die Krebse wieder zu ‚Fisch Frank‘ in der Altstadt.“ Der ist auch eine Spandauer Berühmtheit, heißt allerdings gar nicht Frank, sondern Olaf Pelz und hat seinen Fischladen seit zehn Jahren neben Karstadt. Pelz wohnt in Staaken („mein Dorf“) und stammt aus Flensburg. Aber nicht nur in der Altstadt gibt’s die Krebse der Fischersfamilie aus Tiefwerder. „Das berühmte ‚Weinhaus Rutz‘ will 600 pro Woche haben.“ Wer keine Krebse mag, dem empfiehlt Hidde („Ich esse gar keinen Fisch“) übrigens Aal aus der Havel: „‚Aal Grün‘ gibt es doch traditionell zu Pfingsten.“ Mahlzeit.

Fisch am Altstadt-Ufer – eine Schnapsidee? Was der Chef der Wirtschaftsförderung vom Vorschlag hält, lesen Sie an anderer Stelle im Spandau-Newsletter – den können Sie komplett lesen unter leute.tagesspiegel.de. – André Görke
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Diesen Text haben wir dem neuen Spandau-Newsletter vom Tagesspiegel entnommen. Den Spandau-Newsletter können Sie ganz unkompliziert und kostenlos bestellen unter  leute.tagesspiegel.de

 

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