Kultur

Hakenkreuz-Glocke jetzt in der Zitadelle zu sehen

Veröffentlicht am 10.09.2019 von André Görke

Hakenkreuz-Glocke jetzt in der Berliner Zitadelle zu sehen. Neuigkeiten aus der Kulturfestung am westlichen Berliner Stadtrand: Die „Hakenkreuz-Glocke“ aus Berlin-Hakenfelde wird jetzt in der Zitadelle ausgestellt. Die Glocke bimmelte bis 2017 im Turm der Wichernkirche von Pfarrerin Sigrid Jahr. „Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat – Wichernkapelle Spandau 1934“: Neben diese Worte war ein 20 Zentimeter großes Hakenkreuz eingefräst. Die Kirche beschloss 2017, dass die Glocke nicht stumpf weiterbimmeln könne – und deshalb kurz vor Weihnachten abgehängt wurde. Die Landeskirche wollte das Stück aber nicht verstecken, sondern stellte es der Zitadelle zur Verfügung. Museumsleiterin Urte Evert holte das Stück im März 2019 in die Festung. Und jetzt werde die Ausstellung eröffnet, schreibt mir Museumschefin Evert. Dahinter stecken Studierende des Touro-College für Holocaust-Studien. Wie heißt die Ausstellung? „Kämpferisches Christentum und völkische Gesinnung – Spandauer Kirchen im Nationalsozialismus.“ Worum geht’s? „Spandau entwickelte sich 1933 bis 1945 zu einem Zentrum der Auseinandersetzung innerhalb der evangelischen Kirche: Zwischen der oppositionellen ‚Bekennenden Kirche‘ und den nationalsozialistischen ‚Deutschen Christen‘ entbrannte ein Kampf um die religiöse Deutungshoheit und Positionierung zum Regime.“ Die Ausstellung wird am 26. September, 19 Uhr eröffnet und ist bis Februar 2020 in der Bastion Kronprinz zu sehen. Mit dabei neben Museumschefin Evert: Kulturstadtrat Gerhard Hanke, CDU, Sara Nachama, Rektorin des Touro College, und Heide Schorlemmer, die Ratsvorsitzende der evangelischen Kirchengemeinde Wichern-Radeland.

Die Wichern-Kapelle 1940, mit Fahne der Nationalsozialisten. Das Foto stammt aus dem Archiv der Gemeine. Foto: Max Krajewski.

Zitadelle plant neue Ausstellung zur Spandauer Militär-Geschichte. Entdeckt im Amtsblatt der Stadt, Seite 5482 (hier das PDF). Die Zitadelle sucht zum 1. Oktober eine neue Volontärin („mit Uni-Abschlussnote mindestens 1,8“).  Was die oder der zu tun bekommt im Museum? „Schwerpunkt der Tätigkeit wird die Mitarbeit und Begleitung bei zwei großen Ausstellungsprojekten zu ‚Großberlin 1920 bis 2020‘ beziehungsweise ‚Auswandererbahnhof Ruhleben‘ sowie bei der Neukonzeption einer Dauerausstellung zur Militär- und Festungsgeschichte Spandaus.“ Da ist also 2020 gut was los. – Text: André Görke
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Diesen Text habe ich als Leseprobe dem Tagesspiegel-Newsletter für Berlin-Spandau entnommen. Den – kompletten – Spandau-Newsletter mit exklusiven Nachrichten, Tipps, Terminen und gerne auch Humor gibt es unkompliziert und kostenlos hier: leute.tagesspiegel.de
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