Kultur
Dauerbaustelle jtw: Die Bruchbude, der Zeitplan
Veröffentlicht am 05.11.2019 von André Görke
Die Kulturbruchbude von Berlin-Spandau. Das Falkenhagener Feld ist kein Ponyhof. Und damit kommen wir zur „Jugendtheaterwerkstatt“, die ganz schön hart im Nehmen ist. Die sitzt seit 2012 in der Gelsenkircher Straße, tief im Westen Berlins – wahrlich in keinem glamourösen Kulturbau. Hier der Baumängel-Report.
- „Dach undicht.“
- „Wasser dringt in Innenraum ein.“
- „Holzfenster in bedenklichem Zustand.“
- „Wände renovierungsbedürftig.“
- „WCs auf dem Stand der 70er Jahre.“
Eigentlich sollte das Haus von 2021 bis 2023 saniert werden; von 4,4 Mio Euro war die Rede. Doch diese Woche hörte ich Neuigkeiten aus dem Kulturhaus.
JTW-Chefin: „Wir bleiben weitere fünf, sechs Jahre.“ Das sagte mir jetzt Anja Kubath, 51. Sie ist die Vorsitzende dort und war 1987 auch eine der Gründerinnen der JTW. Die Sanierungskosten sind nach ihren Angaben längst auf vier auf acht Millionen Euro angestiegen. Jetzt solle der Senat helfen und die Kulturstätte in der Großsiedlung auf ein seriöses Fundament stellen. Heißt: Ein Neubau muss her. Der soll in eben jenen fünf, sechs Jahren entstehen. Anschließend werde die JTW abgerissen – den Platz beanspruche die benachbarte B.-Traven-Schule. Das habe man mit der Politik besprochen. Wo neu gebaut wird? „Wissen wir noch nicht“, sagt Kubath. Sie selbst ist in Kladow aufgewachsen. Der Jugend dort müsse dringend etwas geboten werden, sagt Kubath: „Die Jugendlichen in Kladow haben zu wenig zu tun.“ Aber: Für die JTW wäre der Süden die falsche Adresse: „Wir werden hier gebraucht – hier im Falkenhagener Feld.“ Diesen klaren Wunsch dürfte Kultursenator Klaus Lederer, Linke, verstanden haben. – Die JTW im Netz: jtw-spandau.de – Text: André Görke
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