Namen & Neues

Was ändert sich für Spandauer, wenn der BER öffnet? Das sagt der Bürgermeister

Veröffentlicht am 15.10.2019 von Robert Klages

Was ändert sich für Spandauer, wenn der BER öffnet? Das sagt der Bürgermeister. Genau ein Jahr noch, dann soll der Flughafen BER in Betrieb gehen – und dann kehrt Ruhe ein über den Dächern von Spandau, tief im Westen von Berlin. Der Linienverkehr soll in TXL ebenfalls im Oktober 2020 enden. Für unseren Bezirk wird sich vieles verändern – auch die Anfahrtswege zum Flughafen. Wer aus Kladow oder Hakenfelde mit dem Koffer in den BVG-Bus steigt, muss schon mal mit 90 Minuten Fahrzeit bis zum BER-Terminal rechnen – hier die Grafik, die die Reisezeit anzeigt. Und hier das Liniennetz, wie Sie künftig zum BER kommen aus Spandau. Spandaus BMW-Werkschef Helmut Schramm hatte neulich erst gesagt: „Die Anbindung von Spandau und Siemensstadt an den neuen Flughafen ist essenziell.“

Wer heute in Tegel startet, fliegt gleich nach dem Abheben über Spandau hinweg. Hier zwei Fotos aus dem Flieger im Oktober.

Und was meint Bürgermeister Helmut Kleebank zur Zukunft? Der Bezirkschef sagte dem Tagesspiegel-Newsletter für Berlin-Spandau: „Ja, der Anschluss ist wichtig für Spandau, und ich weiß, dass viele länger in den Urlaub brauchen, weil der Weg nach Schönefeld weiter ist. Es ist aber auch so, dass TXL Dreck macht. Fluglärm löst permanenten Stress aus, die Leute kommen nicht zur Ruhe. Ich bin selbst im Falkenhagener Feld aufgewachsen, ich kenne die Einflugschneise, die vielen Flugzeuge. Die Maschinen waren damals lauter, aber es waren nicht so viele wie heute, nicht alle 90 Sekunden. Der Geräuschpegel reißt gar nicht mehr ab.“ Viele TXL-Nutzer fliegen nur ein, zwei Mal im Jahr in den Urlaub – die anderen haben diesen Krach jeden Tag. Hier ein Video, das gut den Krach darstellt (Ton an!).

Hier ein Foto aus dem Flieger kurz nach dem Start in TXL. Unten liegt Spandau mit Zitadelle und Altstadt.

Bürgermeister Kleebank: „Ich denke, viele innerdeutsche Flüge werden eh gestrichen“. Kleebank sagt aber auch: „Die U7 muss in Neukölln zum BER verlängert werden. Dann haben wir drei Anbindungen aus Spandau – die S-Bahn, die schnelle Regionalbahn, die U-Bahn, falls mal ein Weg dicht ist.“ Dass die Spandauer Wirtschaft unter dem Wegfall von TXL leiden werde, glaubt Kleebank nicht. „Für die Spandauer Wirtschaft ist es wichtiger, dass der ICE-Bahnhof bei uns in Spandau ausgebaut wird. Ich denke, dass in Zukunft viele innerdeutsche Flüge eh gestrichen werden. Wir können nicht über Strom, Agrarwende, Verkehrswende, Heizung, Klima reden und dann Kurzstrecken im Flugzeug zurücklegen. Das wird sich ändern, und genauso muss es alternative Treibstoffe geben.“ – Text: André Görke

Fotostrecke: Bilder aus dem TXL-Flieger über Spandau. So drehen die Flugzeuge ihre Kreise. Hier die Fotostrecke vom Tagesspiegel.
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