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Mehr Platz fürs Fahrrad: "Angst auf der Klosterstraße"
Veröffentlicht am 26.05.2020 von André Görke
Die Klosterstraße ist Spandaus schlimmste Nord-Süd-Piste. Besonders übel ist es an der BVG-Haltestelle – hier mein Foto. Da kommen sich alle in die Quere: Fußgänger und BVG-Kunden sind genervt, weil sie von Radfahrern weggebimmelt werden. Radfahrer sind sauer, weil Menschen auf dem Mini-Radweg dösen. Die Straße dürfen Radfahrer nicht nutzen. BVG-Fahrer sind sauer, weil die Busspur zugeparkt wird, wenn sich die Imbisse mal wieder einen Sack Zwiebeln liefern lassen.
3000 Fahrradfahrer rollen hier lang und unendlich viele BVG-Busse. Das „Fahrradnetzwerk Spandau“ spricht von einer „Angststrecke“. Und der Frust nimmt zu: „Spandau muss endlich fahrradfreundlicher werden.“ Sogar an eine Demo wird gedacht, bei der 20, 30 Leute symbolisch eine Absperrung für eine sichere Fahrradspur auf der Klosterstraße bilden – nach dem Vorbild der Kantstraße in Charlottenburg. Hier ein Video vom Wochenende.
Seit 20 Jahren gibt es Unmut. Der Fahrradexperte der SPD, Jochen Liedtke, erinnerte mal daran, dass diese Stelle schon 2001 als Ärgernis erkannt worden ist, ohne dass etwas verbessert wurde. 2018 hatten die Leserinnen und Leser des Spandau-Newsletters die Klosterstraße zu einem der schlimmsten Radwege gewählt. 2019 schnitt die Strecke bei einer Straßenumfrage des Fahrradnetzwerkes sehr schlecht ab. Nächste Woche trifft sich die Initiative um Dieter Wallstaff mit Stadtrat Frank Bewig, CDU. Auf der Agenda: „eine detaillierte Analyse aller Radverkehrsanlagen“.
Was kann die Lösung sein? Es folgt eine simple Rechnung: „Die Klosterstraße hat vor den Arcaden fünf Fahrspuren – der Radweg ist knapp einen Meter breit und befindet sich auf einem Hochbord“, sagt Wallstaff. „Vom Brunsbütteler Damm bis Wilhelmstraße stehen zwei Fahrspuren und eine temporäre Busspur zu Verfügung.“ Bleibt übrig: „Radfahrende und zu Fuß Gehende teilen sich dort 2,5 Meter am Rand.“ Seine Forderung: „Hier wäre eine gesicherte Radspur oder ganztägiges Halteverbot auf der Busspur machbar.“ Die müsste dann aber auch für Fahrradfahrer freigegeben werden. Den 1. Schritt hatte Stadtrat Frank Bewig, CDU, letzte Woche hier im Newsletter angekündigt: Die Busspur zwischen Arcaden und Ziegelhof soll am Tag länger gültig sein.
Linktipp: Hier geht es zum „Fahrrat“ in Spandau – dem Gremium mit Fahrradinitiative, BVG, Bezirk, Polizei. – Text: André Görke
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