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Gibt es Wildbienen auf der geplanten Trasse oder nicht? Der Radfernweg durch den Lankwitzer Gemeindepark wird weitergebaut

Veröffentlicht am 04.04.2019 von Boris Buchholz

Der Baustopp ist beendet: Seit Juni letzten Jahres ruhten die Bauarbeiten am Radfernweg Berlin – Leipzig im Lankwitzer Gemeindepark, jetzt wird weitergebaut. Wie berichtet (hier zu lesen) soll der Radweg über eine Wiese im Park führen; Gegner des Projekts hatten vorgeschlagen, im Park nicht zu bauen und die Radfahrer stattdessen über die Mühlenstraße auf die Gallwitzallee zu leiten. Das Bezirksamt und der Senat blieben jedoch bei der Ab-durch-den-Park-Lösung.

Der Baustopp wurde verhängt, weil Wurzeln der Bäume bedroht waren, keine denkmalpflegerische Stellungnahme vorlag (der gesamte Park ist ein Gartendenkmal) und Anwohner vermuteten, dass Wildbienen auf der Wiese ihre Bruthöhlen haben. Zwei der drei Probleme scheinen gelöst zu sein: Das Tiefbauamt hat den Asphaltweg neu geplant, so dass „die alten Alleebäume durch den schonenden Bau des Radweges nicht in ihrer Existenz gefährdet werden“, so Bau- und Umweltstadträtin Maren Schellenberg (Grüne). Auch die Denkmalpfleger hätten der Baumaßnahme jetzt zugestimmt.

Allein bei den Wildbienen scheiden sich weiter die Geister: Während die untere Naturschutzbehörde „keine Hinweise auf ein Vorkommen geschützter Wildbienen“ gefunden habe, versandten Nicolas und Kathrin Bramke von der Initiative „Your Little Planet“ am Dienstag Fotos von Wildbienen-Wohnungen: „Wir teilen Ihnen heute mit, dass es uns an diesem späten Nachmittag gelungen ist, mindestens 50 erste frische Nester einer besonders geschützten Wildbienenart auf besagter Fläche mitten auf der zu bebauenden Trasse nachzuweisen.“

Doch das Amt baut: „Bezirksstadträtin Schellenberg freut sich, dass es nunmehr mit dem Bau des Radweges weitergehen kann“, heißt es in der Presseerklärung des Bezirksamts. In „diesem und den nächsten Jahren“ soll der Radfernweg bis zur Landesgrenze nach Brandenburg, er führt über die Gallwitzallee, durch die Grünanlage Waltershauser Straße und durch die Sondershauser Straße, fertiggestellt werden. Finanziert wird das Projekt aus EU-Mitteln zur Förderung des Tourismus, für den Abschnitt von Mühlenstraße bis Sondershauser Straße stehen 705.000 Euro bereit.