Namen & Neues

„Wohnschlange“ in Lichterfelde-Süd: Investor plant 200 Wohnungen westlich der S-Bahn

Veröffentlicht am 12.03.2020 von Boris Buchholz

„Wohnschlange“ in Lichterfelde-Süd: Investor plant 200 Wohnungen westlich der S-Bahn. Bisher stehen auf der Westseite der Schienen, südlich des S-Bahnhofs Lichterfelde-Süd, Bäume. Doch schon vor Jahren wurde das langgezogene Grundstück – noch sind dort Schienen zu finden – von der Bahn verkauft. Jetzt will die MHMI Immobilien-Verwaltungen GmbH das Areal bebauen: Das Unternehmen legte dem Stadplanungsamt einen städtebaulichen Entwurf vor, nachdem dort parallel zu den Gleisen in vier Gebäudeteilen 200 Wohnungen entstehen könnten; 30 Prozent davon sind als geförderter Wohnungsbau vorgesehen. Sabine Lappe, oberste Stadtplanerin des Bezirks, erklärte im Stadtplanungsauschuss der Bezirksverordnetenversammlung, dass der Entwurf für die „bahnbegleitende“ Bebauung durch eine zu errichtende Lärmschutzwand möglich werde. Zwischen Bahntrasse und Gebäude sei zudem eine Erschließungstraße geplant.

Die Hauptgebäude sind bisher dreigeschossig gedacht, hinzukomme ein rückversetztes Staffelgeschoss. Unter der gesamten „Wohnschlange“, so Stadtplanerin Lappe, solle eine Tiefgarage für 158 Fahrzeuge errichtet werden. Im nördlichsten Gebäudeteil seien Räume für eine Kita mit sechzig Plätzen vorgesehen. Sollte es zum Bau kommen, müsste eine wichtige ökologische Hürde genommen werden: Auf 1.700 Quadratmetern des Grundstücks seien Zauneidechsen gefunden worden. Wie die Tiere umgesiedelt und ein Ausgleich geschaffen werden könne, werde eine „wesentliche Frage“ der weiteren Planungen sein, war sich Sabine Lappe sicher.

Bevor ein konkreter Bauantrag gestellt werden kann, muss das Amt jetzt einen Bebauungsplan für das ehemalige Bahngelände erarbeiten, der dann der Öffentlichkeit präsentiert wird. Nach der Auslegung werden die Anmerkungen be- und eingearbeitet; schließlich wird der Bebauungsplan erst vom Bezirksparlament und dann vom Bezirksamt beschlossen. Erst dann kann der Bauherr seinen Bauantrag einreichen – sicher scheint schon jetzt zu sein: So sinnvoll ein weiteres Wohnungsbauprojekt im Bezirk auch ist, eine architektonische Perle wird die Wohnschlange wohl nicht werden.

Auf der anderen Seite der Schienen baut Investor Groth ein neues Quartier mit 2.500 Wohneinheiten. Aus den Wohnungen im vierten Stock der Schlange wird man es gut sehen können. Was dort entsteht, lesen Sie hier auf tagesspiegel.de. – Text: Boris Buchholz

+++

Dieser Text erschien im Tagesspiegel-Newsletter für Steglitz-Zehlendorf. 187.000 Haushalte haben unsere Bezirksnewsletter schon im Abo. Die gibt es, Bezirk für Bezirk, unter leute.tagesspiegel.de

+++

Meine aktuellen Themen im Newsletter für den Berliner Südwesten – eine Auswahl

  • Nach Nazi-Schmierereien setzte sich die Schulgemeinschaft des Dreilinden-Gymnasiums sofort zur Wehr
  • Corona in Steglitz, Corona in Zehlendorf – die wichtigsten Nachrichten in der kompakten Newsletter-Übersicht
  • Gestreamte Demokratie: Coronavirus dominiert kommende Sitzung des Bezirksparlaments
  • Der große Carsharing-Südwest-Report
  • Alte Anatomie in Dahlem: Aldi will Studentenapartments und preiswerte Wohnungen bauen
  •  „Wohnschlange“ in Lichterfelde-Süd: Investor plant 200 Wohnungen westlich der S-Bahn
  • Pragmatischer Umgang mit dem Denkmalschutz: Chancen für Schule am Osteweg 53 seien „relativ hoch“
  • Für einen attraktiven Kranoldplatz: Bürgerinitiative Kranoldkiez hat sich gegründet
  •  Interview mit Prinz Pi: „Es war ein kompletter Gegensatz zu meiner heilen Vorstadtwelt in Zehlendorf“
  • Unsere Hautfarbe ist himmelblau! Fußballverein Viktoria 1889 setzt Zeichen gegen Rassismus
  • Jedes Blatt wird verfolgt – nicht mehr nur im Herbst: Lärmende Laubbläser nerven (nicht nur) in der Lichterfelder Nachbarschaft
  • …das alles und viel mehr Bezirksnachrichten im Tagesspiegel-Newsletter für Steglitz-Zehlendorf. Kostenlos und in voller Länge unter leute.tagesspiegel.de