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Kontaktverbot trotz Sonnenscheins: „Ich appelliere an alle, wirklich stark zu bleiben“

Veröffentlicht am 26.03.2020 von Boris Buchholz

Kontaktverbot trotz Sonnenscheins: „Ich appelliere an alle, wirklich stark zu bleiben“. Der Berliner Bezirk Steglitz-Zehlendorf ist wie der Rest der Stadt im Ausnahmezustand. Sollte der Pandemie mit noch rigeroseren Maßnahmen begegnet werden? „Eine komplette Ausgangssperre steht für mich nicht zur Diskussion“, erklärte Bezirksbürgermeisterin Cerstin Richter-Kotowski (CDU) auch Nachfrage des Tagesspiegels. „Gerade auch in einer Großstadt wie Berlin muss die Versorgung sichergestellt und die gegenseitige Hilfe möglich sein“, führte sie aus. Sie halte die bestehenden Ausgangsbeschränkungen für „sehr sinnvoll“: „Ich rufe auch hier noch einmal dazu auf, diese Regeln konsequent einzuhalten.“

Sorge bereite ihr der angekündigte Sonnenschein zum Ende der Woche. „Am Samstag werden wir fantastisches Wetter bei knapp 20 Grad bekommen“, sagte sie. „Ich appelliere an alle, wirklich stark zu bleiben und den Kontakt zu seinen Mitmenschen auf ein absolutes Minimum einzuschränken.“ Das Ziel müsse es sein, auch in Steglitz-Zehlendorf die Infektionen durch das Coronavirus so gering wie nur möglich zu halten.

Für die Bezirksbürgermeisterin stehen die Alten im Fokus. Das Bezirksamt hat eine Corona-Hotline für Senioren eingerichtet, Handzettel seien erarbeitet und über Apotheken und Ärzte in Umlauf gebracht worden. Es gehe darum, „Ängste zu nehmen, Gesprächspartner anzubieten oder die tägliche Versorgung mit Medikamenten oder Einkäufen abzusichern“ (die Nummern der Hotline finden Sie oben).

Ob es schon eine Rückmeldung des Senats auf ihre Forderung nach einer regionalen Abklärungsstelle gebe (ich berichtete letzte Woche)? „Eine Reaktion auf meine Forderung nach einer Abklärungsstelle in einem Krankenhaus, wie in anderen Bezirken, steht von der zuständigen Senatsverwaltung noch aus“, erwiderte Cerstin Richter-Kotowski.

Mehrere Leserinnen und Leser haben mir zu diesem Thema geschrieben. Für die 79-jährige Dagmar Vömel aus Lankwitz ist eine Abklärungsstelle im Bezirk „unbedingt notwendig“. „Eine Teststelle in unserem Bezirk wäre eine große Beruhigung für mich“, schreibt sie. Auch Leserin W. stimmt dem zu: „Denn Steglitz-Zehlendorf ist wirklich weitverzweigt und groß!“ „Wir brauchen noch mehr Anlaufstellen für Corona-Test“ – Elmar Krause, er ist der Vorsitzende der Seniorenvertretung, findet klare Worte: „Die Warterei in der Schlange muss ein Ende haben. Das ist ja nicht ‚Anstehen für Berlinale-Karten'“. „Jeder Bezirk sollte nach Möglichkeit seine oder sogar mehrere Anlaufstellen haben, dann wären sicherlich manche Probleme viel kleiner“, schreibt Leser Udo Wittke.

Derweil geht die Berliner FDP bereits einen Schritt weiter: Sie fordert vom Senat, „Drive-In-Schalter“ für Corona-Tests einzuführen – Südkorea, Nordrhein-Westfalen und das Saarland haben sie bereits. – Text: Boris Buchholz, Foto: Imago/Ipon

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