Namen & Neues

Die Kuh ist noch nicht vom Eis: Aber der Rumpelbasar übersteht den Februar

Veröffentlicht am 18.02.2021 von Boris Buchholz

„Wir sind wirklich erstaunt und hocherfreut über die Spendenbereitschaft, es ist unglaublich!“ Sylvia Wiesner vom Vorstand des Vereins „Rumpelbasar Zehlendorf“, der Am Stichkanal 2-4 auf 500 Quadratmetern sein Sozialkaufhaus betreibt, ist über die Unterstützung in der Corona-Krise begeistert. Wie berichtet, fehlen dem Sozialprojekt durch die Schließung im Lockdown die Einnahmen, Anfang des Monats war nicht klar, ob die finanziellen Mittel für Miet- und Personalkosten im Februar ausreichen würden. Doch die Hürde zum Monatsende scheint genommen, der Rumpelbasar gerettet – zumindest aktuell bis März. „Anhand der Spendengroßzügigkeit können wir davon ausgehen, dass der Februar gesichert ist, für März können wir noch keine Aussage machen“, berichtet Vorstandsfrau Wiesner dem Tagesspiegel.

Der Verein plant jetzt, Hilfen aus dem Corona-Hilfspaket III zu beantragen. Auch mit Sozialstadtrat Frank Mückisch (CDU) haben sich die Vorstandsfrauen getroffen: „Er hat sich bereit erklärt, dem Hauseigentümer zu schreiben und ihn auf die Wichtigkeit des Rumpelbasars hinzuweisen“, sagt Sylvia Wiesner am Dienstag. Das Ziel des Briefes aus dem Amt sei es, um eine Mietminderung zu bitten. Per Presseerklärung rief der Sozialstadtrat dem Verein  zu: „Halten Sie durch, Steglitz-Zehlendorf braucht Sie!“ Auch in der BVV ist die Angst vor der Schließung des Rumpelbasars angekommen. Auf Antrag der SPD forderte die Bezirksverordnetenversammlung das Bezirksamt am Mittwoch einstimmig auf, „sich dafür einzusetzen, dass der in Not geratene Rumpelbasar unterstützt wird und an seinem Standort bleiben kann“.

„Bitte halten Sie die Leser auf dem Laufenden, auch um abschätzen zu können, ob sich spenden noch lohnt oder ob der Zug ohnehin schon abgefahren ist und das Geld somit dem Vermieter zufließt“, schrieb mir Leser H. aus Lichterfelde. Lieber Herr H., hier das bisherige Zwischenfazit in Kürze: Die Kuh ist noch nicht vom Eis, Spenden sind immer noch wichtig und willkommen, aber die Lockdown-Probleme schmelzen leicht.

Text: Boris Buchholz
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