Namen & Neues

Umbau des Hermann-Ehlers-Platzes soll Sommer 2024 starten: Infoveranstaltung im Mai

Veröffentlicht am 16.03.2023 von Boris Buchholz

Nehmen Sie es als Zeichen meiner Platz-Frustration: Mir ist nicht aufgefallen, dass meine Meldung zum Umbau des Hermann-Ehlers-Platzes aus der vergangenen Woche auf einer nicht aktuellen Pressemitteilung der Senatsverwaltung beruhte. Wie sich herausstellte, hatte die Senatsverkehrsverwaltung die identische Meldung schon im September 2021 veröffentlicht, anderthalb Jahre später wurde sie recycelt und landete vergangene Woche wieder im Pressefach. Und zwar unabsichtlich und automatisch, wie der Sprecher der Verkehrsverwaltung, Jan Thomsen, gegenüber dem Tagesspiegel-Checkpoint sagte. (Ich hatte mich vergangene Woche noch darüber lustig gemacht, dass die Verwaltung wohl nicht mehr wisse, wer gerade Senatorin sei; in der Presseerklärung mit Datum aus 2023 war von Verkehrssenatorin Regine Günther die Rede.)

Noch tut sich nichts. Dass ich auf Nachrichten zum zentralen Steglitzer Platz zwischen Kreisel und Rathaus Steglitz und S-Bahn scharf bin, hat seinen Grund: Seit über einem Jahrzehnt wird darüber diskutiert, wie der Hermann-Ehlers-Platz attraktiver werden könnte. Doch sieht der Ort des Verkümmerns und Begehrens heute noch genauso aus wie 2011.

Doch im kommenden Jahr soll der Platzumbau starten, sagt Platz-Stadtrat Urban Aykal (Grüne). Aus dem Sondervermögen Infrastruktur der Wachsenden Stadt und Nachhaltigkeitsfonds (kurz SIWANA) und dem Modellprojekt Fußgängermobilität stünden zwei Millionen Euro zur Verfügung, bestätigt er die 2021-2023-Pressemitteilung des Senats: „Unser Ziel ist es, mit den Umbaumaßnahmen im Sommer 2024 zu beginnen.“

„Es hat sich in der Zwischenzeit durchaus etwas getan“, argumentiert der Stadtrat. Es wurde ein Verkehrsplaner engagiert, der die Ideen des Grünflächenamts „mit den Vorschriften des Straßenlands in Einklang“ bringen soll. „BerlinLicht erhält gerade den Auftrag für die Erneuerung der Platzbeleuchtung.“ In der Feinplanung für die Umgestaltung (Details gibt es hier) werde aktuell geprüft, wie möglichst viele Bäume erhalten und neue gepflanzt werden könnten. Erst im Februar habe eine Vor-Ort-Begehung mit der bezirklichen Behindertenbeauftragten und Vertreter:innen des Allgemeinen Blinden- und Sehbehindertenvereins stattgefunden. Termine mit der Seniorenvertretung sowie Gesundheitsstadrätin Carolina Böhm (SPD) und Sozialstadtrat Tim Richter (CDU) seien geplant. „Die Barrierefreiheit steht im Fokus“, sagt Urban Aykal. Und: „Das Wasserspiel und sein Betriebskonzept werden in diesem Kontext geplant.“

Am Taxistand am Rande des Platzes ist gerade ein Prototyp einer neuen Baumscheibe angelegt worden. „Mit dem epoxidharzgebundenen Granitsplitt, der breiig eingebaut wird und dann aushärtet, können beliebige Baumscheibenformen und –größen ausgefüllt werden“, erläutert der Stadtrat. Mit dem neuen Baumaterial sei auch „eine nachträgliche Anpassung an den Baumzuwachs möglich“, die Baumscheibe wächst mit. Trittfest und befahrbar, zugleich wasser- und luftdurchlässig – „mit dem Prototyp will das Straßen- und Grünflächenamt eine gröbere Körnung, die mehr nach Naturstein aussieht, auf ihr Verschmutzungsverhalten erproben“.

Für die Bürgerinnen und Bürger wichtig: Das Amt plant für den Mai eine Vor-Ort-Informationsveranstaltung. Denn: Die Planungen, Abstimmungen mit Behörden und das Einholen der Genehmigungen „sind in der Öffentlichkeit nicht immer sichtbar“, sagt der Stadtrat. Und Urban Aykal verspricht: „Nach der Vor-Ort-Veranstaltung im Mai werden wir den Prozess in regelmäßigen Abständen mit der Öffentlichkeit kommunizieren.“

Insofern hat die alte-neue Pressemitteilung der Senatsverkehrsverwaltung auch ihr Gutes: Durch sie wurde der ins Stocken geratene Informationsfluss wieder zum Laufen gebracht.

  • Fotos: Boris Buchholz, Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf