Namen & Neues

Probenräume und ein Platz für Konzerte

Veröffentlicht am 03.09.2019 von Sigrid Kneist

Zumindest für eins der beiden selbstverwalteten Jugendzentren Potse und Drugstore ist eine Lösung in Sicht. Der Bezirk hat mit dem Drugstore-Kollektiv eine Nutzungsvereinbarung über Räume in der Potsdamer Straße 134 abgeschlossen. Dort wird jetzt saniert, die Räume sollen nach den Vorstellungen von Jugendstadtrat Oliver Schworck (SPD) möglichst noch in diesem Jahr genutzt werden können. Da dort keine Musikproben und keine Konzerte möglich sind, werden zudem Probenräume nach Bedarf in den „Pirate Studios“ in der Tempelhofer Bergholzstraße zur Verfügung gestellt. Konzerte sollen bei „Musik & Frieden“ in der Kreuzberger Falckensteinstraße möglich werden.

„Diese Angebote stünden auch den Jugendlichen von Potse zur Verfügung, wenn die Räume in der Potsdamer Straße 184 aufgegeben werden“, sagte Schworck. Wie ich hier schon mehrfach berichtet habe, hält das Kollektiv der Potse diese Räume seit Silvester 2018 besetzt. Beide Jugendzentren sollten an diesem Tag aus dem über lange Jahre genutzten Gebäude ausziehen; da der Eigentümer den Mietvertrag nicht verlängert hat.

Die Besetzung ist für den Bezirk teuer. Rund 24.000 Euro muss er an Miete pro Monat dafür zahlen. Dies führt laut Schworck dazu, dass die im Haushalt für Mietzahlungen vorgesehenen Mittel in diesem Monat erschöpft sein werden. Er hoffe weiter, sich mit dem Kollektiv einigen zu können. Derzeit stehen die Chancen dafür aber schlecht. Ein Sprecher von Potse sagte mir am Montag, dass das Angebot für sie inakzeptabel sei. „Wir brauchen einen Ort, an dem wir völlig selbstverwaltet handeln können“, sagte er. Da sei der Bezirk, aber auch der Senat weiter aufgefordert, Räume zu suchen. Die Besetzung werde nicht aufgegeben.

Am 28. September soll in der Potsdamer Straße demonstriert werden. Motto:  „Drugstore und Potse erhalten – Eine Stadt für Alle!“ Die Aktion soll im Rahmen der Aktionstage „Tu mal wat“ stattfinden. Derweil ist die Räumungsklage des Bezirks am Verwaltungsgericht anhängig. Ein erster Termin ist für den 8. Januar 2020 terminiert worden.Text: Sigrid Kneist, Foto: Imago
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