Intro

von Christian Hönicke

Veröffentlicht am 03.10.2019

spannende Wendung am „Pankower Tor“: Das Bezirksamt erwägt, den Rundlokschuppen abzureißen. Hintergrund ist die Suche nach einem weiteren Schulstandort auf dem Gelände des Möbelunternehmers Kurt Krieger. Dort sollen 2000 Wohnungen entstehen – Bezirk und Land wollen aber unbedingt noch eine Gemeinschaftsschule zusätzlich zur geplanten Grundschule auf dem Hauptareal des „Pankower Tors“. Die Ostfläche des ehemaligen Rangierbahnhofs an der Prenzlauer Promenade war dafür eigentlich ausgeschlossen worden – der Rundlokschuppen stand im Weg. Er ist zwar inzwischen stark verfallen, steht aber unter Denkmalschutz.

Das Bezirksamt wollte den Schuppen daher lange unbedingt retten. Es forderte Krieger sogar per Gerichtsurteil dazu auf, das denkmalgeschützte Gebäude östlich der Prenzlauer Promenade am S-Bahnhof Pankow-Heinersdorf zu erhalten.

Nun offenbar die Kehrtwende. Das bestätigt uns Pankows Baustadtrat Vollrad Kuhn (B‘90/Grüne). Die Ostfläche des Krieger-Geländes samt Rundlokschuppen würde derzeit noch einmal als potenzieller Schulstandort  geprüft. Ein Abriss des Schuppens sei dabei denkbar, räumt Kuhn ein. Dazu sei aber auf jeden Fall ein Bezirksamtsbeschluss nötig. „Das Bezirksamt hat sich damit als Kollegium noch nicht befasst, wird dieses aber beraten, wenn es doch erforderlich sein sollte“, erklärt Kuhn. „Wir werden dann erforderliche Schritte einleiten.“

Zumindest eine Alternative hat das Bezirksamt noch. Auch „Flächen südlich“ des Rundlokschuppens würden für die Gemeinschaftsschule geprüft, erklärt Kuhn. Dort befindet sich die Kleingartenanlage Feuchter Winkel Ost. Landeseigene Kleingärten sind zwar bis 2030 prinzipiell vor der Bebauung geschützt – das gilt allerdings nicht für die Schaffung von öffentlicher Infrastruktur wie Schulen. Kuhn wollte das auf Nachfrage weder dementieren noch bestätigen: Er wolle „Spekulationen und damit verbundenen Ängsten beziehungsweise Verunsicherungen keinen Vorschub leisten“.

Christian Hönicke ist Pankower. Wenn Sie Anregungen, Kritik oder Wünsche haben, schreiben Sie ihm einfach eine E-Mail an leute-c.hoenicke@tagesspiegel.de.

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