Kiezkamera

Veröffentlicht am 25.09.2018 von André Görke

Spandauer S-Bahn-Träume auf der Innotrans 2018. Ulkige Veranstaltung unterm Messeturm: Züge ohne Ende und kesse Typen überall, also wir (mit Stoffbeutel). Die Fachmesse fand am Wochenende unterm Funkturm in Berlin-Charlottenburg statt. Entdeckt: diese Karte der Deutschen Bahn, zu finden in einem Messezelt in der Ecke neben den Luftballons. In der Legende steht: „Mögliche Stationen und Strecken der S-Bahn 2030“  – eine faszinierende Spielerei.

  • Möglichkeit 1: mit der S-Bahn in die Wasserstadt. Der Streckenverlauf sieht so aus: Vom S-Bahnring an der Jungfernheide könnten die Züge über die Siemensbahn rollen, die seit 1980 stillgelegt ist. Vom S-Bahnhof Gartenfeld (lange Zeit eine Gärtnerei) ginge es über eine komplizierte Brücke hinein auf die Insel Gartenfeld, wo 3500 Wohnungen gebaut werden. Die S-Bahn quietscht dann nördlich am Rohrbruchteich vorbei (schöne Grüße an die Biber!) bis zum S-Bahnhof Daumstraße, über- oder unterquert die Havel zwischen Liebesinsel und Spandauer-See-Brücke und endet am S-Bahnhof Wasserstadt an der Streitstraße neben der Shell-Tankstelle (ungefähr hier). – Link zum Flächennutzungsplan im Spandau-Newsletter 06/2018.
  • Möglichkeit 2: mit der S-Bahn ins Falkenhagener Feld. Die S-Bahn endet nicht mehr am Rathaus, sondern fährt an der abrissreifen Bibliothek vorbei, hält am neuen S-Bahnhof Nauener Straße und biegt dann scharf ab auf das einsame Gütergleis, das dort rumliegt. Nach einem Halt am neuen S-Bahnhof Seegefelder Straße (Foto) geht’s am Kiesteich vorbei bis zum S-Bahnhof an der Falkenseer Chaussee (Foto), wo 30.000 Bewohner einen Anschluss ans S-Bahnnetz hätten.
  • Möglichkeit 3: neue S-Bahn nach Falkensee. Puh, darüber wird seit der Wende diskutiert- die S-Bahn fuhr dort ja von 1951 bis 1961.

Einen Fahrschein braucht übrigens niemand schnell zu ziehen. 2014 schrieben wir im Tagesspiegel – nicht lachen! – das hier: „Die S-Bahn könnte frühestens 2019 ins Falkenhagener Feld fahren“. Tja. Wird langsam knapp.

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