Namen & Neues
Hauptausschuss hat Geld für Schulcontainer freigegeben: Doch bis sie aufgestellt werden, wird es Weihnachten
Veröffentlicht am 16.05.2019 von Boris Buchholz
Baustadträtin Maren Schellenberg (Grüne) konnte am Rande der Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung am Mittwoch einen Teilerfolg vermelden: Der Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses hat in seiner Sitzung am gleichen Tag der Finanzierung von Ersatz-Containerbauten an fünf Grundschulen im Südwesten zugestimmt. 7.311.638 Euro gab das Abgeordnetenhaus für behelfsmäßige Container an der Giesendorfer Grundschule, der Grundschule an der Bäke, der Alt-Lankwitzer Grundschule und der Käthe-Kruse-Grundschule frei (auch die Grundschule am Königsgraben erhält Geld für Container; hier sind aber die Gründe andere). Wie berichtet hatte das Bezirksamt im Herbst letzten Jahres an diesen Schulen die „Mobilen Unterrichtsräume“ wegen Einsturzgefahr geschlossen. Seitdem drängen sich die Schülerinnen und Schüler, an der Käthe-Kruse-Grundschule musste der Hortbetrieb sogar auf drei Standorte verteilt werden. Die Container, die das Bezirksamt kaufen und aufstellen möchte, sollen erst einmal für Abhilfe sorgen.
Ursprünglich hatte Bildungsstadtrat Frank Mückisch (CDU) den Schulen zugesagt, bis zum Frühjahr 2019 für Ersatz-Container für die maroden Ersatz-Schulbauten aus den 1970er Jahren zu sorgen. Im Februar präsentierte er einen aktualisierten Fahrplan: Erst im September könnten die Container aufgestellt werden.
Im Zusammenhang mit der prekären Hort-Situation an der Käthe-Kruse-Grundschule hakte meine Kollegin Susanne Vieth-Entus beim Stadtrat nach, ob diese Terminzusage gehalten werden kann. Leider nein, so Frank Mückisch, die Schulcontainer könnten erst kurz vor Weihnachten an die Schulen übergeben werden. Im Detail: Ab kommender Woche wird der Container-Kauf ausgeschrieben, bis Ende Juni werde der Auftrag vergeben. Zwischen Juli und Oktober sollen die Containerbauten aufgestellt und dann bis Mitte Dezember ausgebaut werden. Ob dieser Zeitplan auch für die anderen betroffenen Schulen gilt, wurde bis zum Redaktionsschluss vom Amt nicht bestätigt.
An der Käthe-Kruse-Grundschule sorgt diese Terminverzögerung für Unruhe und Probleme. „Die ganze Situation wird für unsere Schule viel brisanter und ist insgesamt noch schwieriger als im vergangenen Herbst“, schrieb Christine Vondenhoff, die Vorsitzende der Gesamtelternvertretung der Schule, dem Tagesspiegel: „Ab August werden mindestens 250 Kinder auf der Straße stehen.“ Denn dann fielen für die Hortbetreuung sowohl die bisher genutzten Räume in der benachbarten Kronach-Grundschule (sie hat selber Platzmangel) als auch die Jugendfreizeiteinrichtung „Albrecht Dürer“ in der Memlingstraße als Behelfsquartier weg.
Jugendstadträtin Carolina Böhm (SPD) hatte ihrem Amtskollegen Mückisch im letzten Jahr ausgeholfen. Doch das könne nicht heißen, dass das Jugendhaus „Albrecht Dürer“ jetzt noch ein weiteres halbes Jahr als Hort diene, betont sie. In der Region Drakestraße gebe es kein anderes öffentliches Angebot für Jugendliche, stattdessen aber Beschwerden über Jugendliche, die sich auf dem Ludwig-Beck-Platz sammelten. Der Schulstadtrat und die Jugendstadträtin haben sich für den 28. Mai zum Krisengespräch verabredet.
Das Geld für die Containerbauten ist jetzt da. Wie es dem Bezirksamt gelingt, den Notstand an den betroffenen Grundschulen zu verwalten, und ob es die Termin-Versprechen dieses Mal halten kann, wird sich zeigen. Lesen Sie mehr über die Hintergründe online auf tagesspiegel.de. – Boris Buchholz
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