Namen & Neues

Bezirk will Silvesterböllerei stärker regulieren

Veröffentlicht am 12.09.2018 von Madlen Haarbach

Ebenfalls lange erwartet und gerade noch rechtzeitig bearbeitet: Der bereits mehrfach erwähnte Antrag der Grünen, den „Feuerwerkswahnsinn“ zu stoppen. Der Antrag von Januar 2018 fordert das Bezirksamt dazu auf, den Verkauf von Feuerwerk aus bezirkseigenen Immobilien zu verbieten und sich auf Landesebene für eine nachhaltige Einschränkung der Silvesterböllerei einzusetzen. Auch im Newsletter hatten wir das Thema im Januar bereits diskutiert – insbesondere im Zusammenhang mit dem Pyroangriff auf das Musikaliengeschäft Bading in der Silvesternacht. Viele Leser*innen sprachen sich auch dort für ein Böllerverbot aus.

Bei der BVV empfahlen nun die Ausschüsse für Umwelt und Naturschutz und Haushalt, Wirtschaft, Verwaltung und Gleichstellung die Annahme des Antrags. „Viele nutzen Feuerwerk verantwortungsbewusst. Aber wegen den vielen negativen Vorfällen, vor allem dem Brand im Musikhaus Bading, empfiehlt der Ausschuss, Antrag anzunehmen“, begründete Peter Scharmberg (SPD) die Entscheidung. Franz Wittke (FDP) gab zu bedenken, dass die Kontrolle der Böllerei äußerst schwierig sei. Außerdem sei Feuerwerk schließlich eine Tradition: „Wir schaffen sonst noch alle Traditionen ab, weil sie von wenigen, leicht unterbelichteten Leuten missbraucht werden“, so Wittke. Auch Andreas Lüdecke (AfD-alt) kritisierte den Antrag als „Gängelei“ der Bürger, Unfälle kämen halt vor. Sein AfD-neu-Parteikollege Jörg Kapitän sprang ihm bei und erklärte: „Hier sollen alle in Sippenhaft genommen werden.“ Gerrit Kringel (CDU) hingegen sprach sich für die Regulierung aus: „Probleme durch Feuerwerk haben ein Ausmaß angenommen, das für viele nicht mehr zu ertragen ist“, so Kringel.

Der Antrag wurde mehrheitlich angenommen, mit zwei Enthaltungen und zwei Nein-Stimmen von Seiten der SPD und Nein-Stimmen der FDP und AfDs.